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Gen-Food - in Russland allgegenwärtig

Russische Greenpeacer haben sich im Januar auf einen Streifzug durch die Supermärkte begeben. Begleitet von Journalisten wählten sie 40 Lebensmittel aus, die sie auf gentechnisch veränderte Bestandteile untersuchen ließen. Das Ergebnis gab Greenpeace am Donnerstag in Moskau bekannt: 40 Prozent der Proben enthielten gentechnisch veränderte Zutaten. Das sind zehn Prozent mehr als bei einem vergleichbaren Test im November 2002.

Greenpeace-Sprecher Iwan Blockow beklagt, dass die russischen Bürger einem Risiko ausgesetzt sind, das sie wegen fehlender Kennzeichnung nicht umgehen können: Viele würden dieses Risiko ablehnen. Die Verbraucher müssen vollständig über die Bestandteile von Lebensmittelprodukten informiert werden, damit sie die Chance haben zu wählen.

Nach russischem Recht sind irreführende Angaben zu Inhaltsstoffen in Lebensmitteln verboten. Das betrifft sowohl zurückgehaltene als auch falsche Informationen. Produkte, die mehr als fünf Prozent gentechnisch veränderte Bestandteile enthalten, müssen gekennzeichnet werden. Viele Unternehmen beachten jedoch diese Vorschrift nicht.

Damit Verbraucher in Zukunft trotzdem wissen, was sie kaufen, legt Greenpeace Russland derzeit eine Schwarze Liste an. Sie listet nach umfassenden Befragungen alle Unternehmen auf, die gentechnisch veränderte Bestandteile in ihren Lebensmitteln verwenden oder zulassen. (sit)

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