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EU berät über Zulassung von Gen-Pflanzen

In Brüssel hat der so genannte Regelungsausschuss am Montag über Marktzulassungen von gentechnisch veränderten Pflanzen beraten. Wäre es nach der EU-Kommission gegangen, so hätten die EU-Länder ihre Beschränkungen bei Einfuhr und Anbau von Gen-Pflanzen generell aufgehoben. So weit ist es - noch - nicht gekommen. Die Ergebnisse der Beratungen kommentiert Christoph Then, Gentechnikexperte bei Greenpeace:

Greenpeace begrüßt, dass auch die deutsche Bundesregierung gegen die Vorlage der EU-Kommission gestimmt hat. Für Deutschland bedeutet das, dass der Gen-Mais Bt176, der ein Insektengift produziert, weiterhin kommerziell nicht angebaut werden darf.

Allerdings reicht die einfache Mehrheit für eine endgültige Entscheidung noch nicht aus, nötig sind zwei Drittel der Stimmen. Greenpeace fordert die EU-Mitgliedsstaaten auf, sich ohne Kompromisse an die Seite von Umwelt und Verbrauchern zu stellen. Neben Deutschland haben auch Österreich, Frankreich, Luxemburg, Griechenland für bestimmte Gen-Pflanzen Beschränkungen bis hin zum Einfuhrverbot verhängt.

Enttäuschend findet Then das Votum der Bundesregierung für die Zulassung des Gen-Maises MON 863: Dieses Produkt kann nicht als sicher angesehen werden. Die Pflanzen hatten im Fütterungsversuch massive Auswirkungen auf die Gesundheit von Ratten. Jetzt behauptet der Monsanto-Konzern unter Verweis auf Versuche mit anderen Pflanzen, diese Effekte wären bedeutungslos. Das ist wissenschaftlich unseriös.

Nach Ansicht Thens muss der EU-Ministerrat sich mit diesem Produkt noch einmal befassen, weil es auch hier keine entscheidende Zweidrittelmehrheit gab: Der Import des Gen-Maises MON 863 sollte nicht genehmigt werden. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, ihre Haltung zu überdenken und sich gegen die Zulassung des Gen-Maises auszusprechen. (sit)

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