Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Brasilien entscheidet sich für den Erhalt der biologischen Vielfalt

Bei der Entscheidung scheint es nur um ein einziges Wort zu gehen - aber davon hängt die weltweite biologische Sicherheit ab: kann enthalten oder enthält Gen-Pflanzen. Brasilien hat sich nun für die zweite Variante ausgesprochen und damit seinen Teil dazu beigetragen, dass das UN-Protokoll zur biologischen Sicherheit (Cartagena-Protokoll) seine wirksamste Form erhalten kann. Das wurde am Montag in der brasilianischen Stadt Curitiba bekannt, wo sich zurzeit die Vertreter der 132 Mitgliedstaaten des internationalen Protokolls treffen. Greenpeace begrüßt die brasilianische Entscheidung.

  • /

In Curitiba geht es darum, wie Ladungen von Gen-Pflanzen im internationalen Handel und Transport gekennzeichnet werden müssen. Da viele Entwicklungsländer keine spezielle Gentechnikgesetze haben, könnten Importe mit einem schwammigen kann Gen-Pflanzen enthalten zu einer flächendeckenden Verseuchung mit genmanipulierten Pflanzen führen. Ein nicht mehr umkehrbarer Zustand. Sind die Lieferungen aber klar als Gen-Pflanzen gekennzeichnet, brauchen sich die Landwirte und Verbraucher in den Entwicklungsländern auch ohne nationale Gentechnikgesetze nicht mehr den Kopf zu zerbrechen. Sie können eindeutig unterscheiden.

Allerdings hat die brasilianische Regierung eine Übergangsphase gefordert, bis die deutliche Kennzeichnung verpflichtend wird. Brasilien kennzeichnet schon heute seine Schiffsladungen an Gen-Pflanzen nach Europa, Japan und China - seine Hauptabnehmer, kritisiert der Greenpeace-Gentechnikexperte Benedikt Haerlin in Curitiba. Wie kann man dann ernsthaft nach einer Übergangsregelung fragen, für eine Maßnahme, die man bereits seit Jahren anwendet? Eine solche Forderung freut nur die Freunde des globalen Freihandels und der Gentechnik-Industrie. Sie kann aber von den anderen Mitgliedstaaten des Cartagena-Protokolls nicht ernst genommen werden. Und sie kratzt an der Glaubwürdigkeit von Brasilien in Curitiba.

Das Treffen zum UN-Protokoll über biologische Sicherheit dauert noch bis Freitag.

Auch Sie als Verbraucher können sich für die Umwelt einsetzen: Nehmen Sie an der Greenpeace-Mitmachaktion teil und fordern die neuseeländische Premierministerin dazu auf, der eindeutigen Kennzeichnung von GVO-Ladungen zuzustimmen!

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Gentechnik beim Namen nennen

Die „Genschere“ Crispr ist Gentechnik, entschied heute der Europäische Gerichtshof. Daraus entstehende Produkte sind damit kennzeichnungspflichtig. Gut für Umwelt und Verbraucher!

Na dann Mahlzeit!

CETA tritt vorläufig in Kraft – und in Kanada kommt genveränderter Lachs auf den Markt. Der könnte durch das Handelsabkommen in Europa landen, so Greenpeace-Analysen.

Bleib sauber

Raps-Saatgut ist frei von Gentechnik. Die anstehende Fusion von Bayer und Monsanto sowie eine neue Generation an Pflanzen bedrängen jedoch die gentechnikfreie Landwirtschaft.