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Bestechung: Millionenstrafe für Monsanto

Der Gentechnik-Konzern Monsanto muss eine Strafe von 1,5 Millionen US-Dollar zahlen (1,15 Millionen Euro). Ein Monsanto-Manager hatte im Jahr 2002 versucht, einen indonesischen Behörden-Chef mit einer Zahlung von 50.000 Dollar zu bestechen und dies als Berater-Honorar deklariert. Dieser sollte im Gegenzug auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung für die gentechnisch veränderte Baumwolle des Konzerns verzichten.

Die Bestechung hat für das Unternehmen unangenehme Konsequenzen. Nicht nur, dass der Behörden-Chef trotz erfolgter Zahlung nicht auf die Untersuchung der Baumwolle verzichten wollte. Die US-Börsenaufsicht und das Justizministerium leiteten Untersuchungen wegen des Bruchs amerikanischer Anti-Korruptionsgesetze ein. Als Folge der Untersuchungen musste Monsanto zugeben, in der Zeit zwischen 1997 und 2002 140 indonesische Behördenmitarbeiter mit insgesamt rund 700.000 Dollar bestochen zu haben. Firmen können sich nicht einfach in die Gunst fremder Regierungen einkaufen, empörte sich US-Staatsanwalt Christopher Wray.

Monsanto hat gegenüber den amerikanischen Behörden die volle Verantwortung für die Handlungsweise seiner Angestellten übernommen die weder befürwortet, geduldet oder akzeptiert würde. Auf diese Weise konnte das Unternehmen die Strafe mildern. Man einigte sich jetzt auf die Zahlung von einer Million Dollar an das Justizministerium und 500.000 Dollar an die Börsenaufsicht. Außerdem musste das Unternehmen sich verpflichten, interne Kontrollen zu verbessern und in den nächsten drei Jahren verschärfte Prüfungen von Seiten der amerikanischen Behörden zu dulden. Eine Untersuchung der indonesischen Anti-Korruptionskommission dauert hingegen noch an.

Finanziert hatte Monsanto die Bestechung unter anderem durch den undokumentierten und überteuerten Verkauf von Pestiziden in Indonesien. (hol)

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