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Besuch bei Aigner

Verbraucher trifft Verbraucherministerin

Viele Menschen unterstützen die Greenpeace-Kampagnen seit Jahren im Internet: schicken Protestmails, formulieren Slogans oder unterschreiben Petitionen. Zwei von ihnen haben uns nun erstmalig bei der Übergabe von Botschaften und Postkarten gegen Gen-Pflanzen an Verbraucherministerin Aigner begleitet.

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Greenpeace Online: Tristan und Henry, wir waren gerade bei Ministerin Ilse Aigner, haben ihr die Postkarten übergeben und mit ihr geredet. Wie war das für euch?

Tristan: Für mich war es schön, dass Frau Aigner uns persönlich empfangen hat, sich Zeit genommen und mit uns geredet hat. Aber es ist natürlich immer ein bisschen fraglich, inwieweit das, was sie da vertritt, auch ihre wirkliche Meinung ist. Sie hat versucht, uns den Eindruck zu vermitteln, dass sie selbst auch gerne bestimmte Dinge verbieten würde - oder Sachen so regeln würde, wie wir uns das vielleicht wünschen. Aber dass das nicht geht aufgrund von EU-Regelungen oder weil sie bestimmte Dinge wie zum Beispiel die Schädlichkeit von Gen-Pflanzen nicht beweisen kann. Das muss man natürlich dann ein bisschen kritisch sehen.

Henry: Ich war überrascht, wie natürlich sie ist. Man hätte mit ihr auch im Biergarten sitzen können. Sie war sehr leutselig und wirkte auf mich sympathisch. Sie war trotzdem sehr bestimmt. Ich denke, sie hat mitbekommen, welche Nachricht wir übermitteln wollten. Sie hat aber ein bisschen schwierig pariert, sie hat sich nicht festnageln lassen. Vor allen Dingen finde ich, dass das Treffen ergebnisfrei war. Wir sind die Postkarten losgeworden, aber ich habe nicht das Gefühl, als wenn es irgendwo Klack gemacht hätte.

Greenpeace Online: Das war ja nun nicht das erste Mal, dass Ihr bei einer Greenpeace-Onlineaktion mitgemacht habt. Ihr seid beide Abonnenten des EinkaufsNetz-Newsletters. Seit wann macht Ihr mit und warum macht Ihr überhaupt mit? Was hat Euch dazu bewogen?

Tristan: Ich glaube, ich bin seit ungefähr 2007 dabei. Ich hab irgendwann angefangen mir zu überlegen, was eigentlich zum Beispiel drin ist in den Nahrungsmitteln. Und das Internet bietet einem ja heutzutage unglaublich viele Möglichkeiten, sich zu informieren. Dabei bin ich auf das EinkaufsNetz gestoßen und hab mir gedacht, das ist interessant, das kann man sich mal durchlesen. Ich hab das abonniert und fand es auch immer interessant. Deshalb bin ich dabeigeblieben.

Henry: Ich hab irgendwann festgestellt, dass verändertes Konsumverhalten allein nicht reicht und hab durch einen Zufall ein Greenpeace-Magazin in die Hand bekommen. Ich habe dann zehn bis 12 Hefte aus den Jahrgängen 2005-2007 komplett durchgelesen und habe direkt einen Tag danach einen Förderantrag gestellt. Ich habe mich geärgert, dass ich das nicht schon vor Jahren gemacht habe. Ich denke, dass das Bild, das ich früher von Greenpeace hatte, ein falsches war. Es war praktisch das Birkenstock-Image, was ich nie habe korrigieren können. Ich bin in vielen Organisationen mittlerweile Förderer und denke, dass ich noch mehr machen müsste, weil ich glaube, da ist noch Feuer, ich muss noch was tun.

Greenpeace Online: Wir haben jetzt zum ersten Mal Leute, die an unserer Online-Protestaktion teilgenommen haben, mitgenommen. Es passiert auch für uns nicht jeden Tag, dass wir zu einer Ministerin gehen. Was haltet ihr von der Idee, wie ist das für euch, bei solch einer Gelegenheit dabeizusein? Sollten wir das auch in Zukunft machen und Leute dazu einladen?

Tristan: Ich bin auf jeden Fall begeistert von der Idee. Ich würde es auch jederzeit sofort wieder machen. Es ist einfach etwas anderes, ob man sich das im Internet anonym durchliest oder mal eine Protest-E-Mail schickt. Bei der weiß man ja nie, ob die überhaupt irgendwo ankommt oder irgendwas bewirkt. Wenn man mal persönlich dabei ist und die Leute, die dahinterstehen, kennenlernt, hat man doch einen ganz anderen Einblick und identifiziert sich damit auch ganz anders. Das ist einfach eine tolle Sache, die einem auch hilft, am Ball zu bleiben.

Henry: Die Kampagnen von euch, von denen wir alle die Videos kennen, die schaffen Publikum und zeigen den Leuten, dass man als Organisation wie Greenpeace was tun kann und dass man damit auch für Aufsehen sorgt. Allerdings weiß wahrscheinlich auch jeder, dass er selbst das in der Form nicht abbilden kann. Vermutlich sind Leute eher zu begeistern, etwas mehr zu tun als nur einen Newsletter zu abonnieren, wenn sie mitbekommen, dass es zwischen dem Aktivist, der einen Schornstein hochklettert, und Nichtstun ganz viele Zwischenstufen gibt. Und wenn Leute wie wir, die jetzt dabei waren, das dokumentieren können und sagen können, dass es easy ist, ein bisschen mehr zu machen als nur 'ne E-Mail abzusetzen. Ich denke, das sollte wieder gemacht werden, und es sollte vor allen Dingen auch immer mitgeteilt werden, wie es gelaufen ist.

Greenpeace Online: Tristan und Henry, vielen Dank.

 

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