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Keine Sortenzulassung für Gen-Mais!

Rund 40 Landwirte und Greenpeace-Aktivisten haben am Montag vor dem Bundessortenamt in Hannover protestiert. Die Demonstranten fuhren mit Traktoren vor und brachten vor dem Gelände Mais-Saatgut in einem aufgeschütteten Beet aus. Hintergrund: Das Amt wird Ende Mai über die Zulassung von genmanipuliertem Saatgut ohne Mengenbeschränkung entscheiden. Zum ersten Mal in Deutschland haben drei Saatgutfirmen das beantragt. Die gentechnisch veränderten Züchtungen basieren alle auf dem Gen-Mais MON810 des US-Saatgutkonzerns Monsanto.

Das Bundessortenamt macht sich zum Handlanger der Gentechnikindustrie, anstatt die deutsche Landwirtschaft zu fördern, kritisiert Henning Strodthoff, Gentechnikexperte von Greenpeace in Hannover. Wir befürchten eine Gefälligkeitsgenehmigung für den Gen-Konzern Monsanto.

Seit 1998 lässt das Bundessortenamt, das dem Verbraucherministerium unterstellt ist, den Anbau von Gen-Pflanzen durch jährliche Sondergenehmigungen zu.

Der Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerlicheLandwirtschaft (AbL), Georg Janßen, wies darauf hin, wie Monsanto durchGen-Patente und Knebelverträge die Landwirte weltweit in Bedrängnisbringt. Er warnte davor, dass der Gentechnikgigant auch in Deutschlanddie Landwirtschaft beherrschen wolle. Janßen erklärte: Wir wollen keine Monsanto-Bauern werden. (mir)

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