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EU versagt darin, Bürger vor riskanten Lebensmitteln zu schützen

MON863, der Gen-Mais des Konzerns Monsanto, kann die Gesundheit gefährden. Statt sofort Maßnahmen zu ergreifen, um seine Verbreitung zu verhindern, fordert die EU-Kommission eine Untersuchung der Problematik durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Diese gibt an, einige Wochen zu benötigen, um der Kommission eine fundierte Antwort geben zu können.

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Vergangene Woche veröffentlichte Greenpeace eine Studie, die belegte, dass der Gen-Mais MON863 ein Gesundheitsrisiko darstellen kann. An Ratten verfüttert führt er zu Vergiftungssymptomen und Schädigungen von Leber und Nieren. Bisher darf er trotzdem als Lebens- und Futtermittel in der EU verwendet werden. Das Eingeständnis der EFSA weitere Forschungen anstellen zu müssen, kommt einem Geständnis gleich, dass ihre vorherigen Tests - und damit die Standards der EU - nicht ausreichend waren.

Das Problem ist, dass alle Pflanzen, die in der EU zugelassen wurden, ähnlich schlecht geprüft worden sind wie MON863, sagt Christoph Then, Gentechnik-Experte von Greenpeace. Die EU-Kommission und die Mitgliedsländer müssen deswegen sofort Maßnahmen ergreifen, um Vermarktung und Anbau von Gen-Pflanzen zu stoppen. Jetzt muss der Schutz von Umwelt und Gesundheit Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben.

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