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EU soll Gentechnikpolitik ändern

Auf einem Feld bei Breitenbrunn im Burgenland/Österreich haben Aktivisten auf einer 40 x 80 Meter großen Fläche mit Buchweizen den Slogan NO GMO (Keine gentechnisch veränderten Organismen) gepflanzt. Damit wollen Greenpeace Österreich und BIO AUSTRIA gemeinsam ein Zeichen für einen Kurswechsel in der EU-Gentechnikpolitik setzen.

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Die Aktion zielt auf den derzeit auf EU-Ebene laufenden Prozess zur Gentechnik ab, der sich zentralen Fragen wie dem Schutz des Saatguts vor Gentech-Verunreinigungen widmet. Denn sauberes Saatgut ist eine unabdingbare Grundvoraussetzung für gentechnikfreie Landwirtschaft. Für die Biobauern in Europa ist das Recht auf gentechnikfreies Saatgut eine Überlebensfrage.

Die derzeitige EU-Zulassungspraxis für gentechnisch veränderte Pflanzen zeichnet sich vor allem durch das Fehlen von Langzeitstudien über mögliche negative Auswirkungen von Gentech-Pflanzen auf Umwelt und Gesundheit aus, kritisiert Steffen Nichtenberger, Gentechnikexperte von Greenpeace in Österreich. Negative wirtschaftliche Auswirkungen durch den Anbau von Gentech-Pflanzen finden bei der Zulassung zurzeit ebenso wenig Berücksichtigung wie die mehrheitliche öffentliche Ablehnung von Genfood. Das muss sich rasch ändern.

Zudem lehnt die Mehrheit der europäischen Konsumenten Gentechnik in der Landwirtschaft strikt ab. Die EU muss sich in dieser entscheidenden Frage am Willen der Verbraucher orientieren. Der Anbau von Gentech-Pflanzen führt unweigerlich zu Verunreinigungen anderer Pflanzen. Es muss daher auf EU-Ebene ein verankertes Recht zur Ausweisung gentechnikfreier Zonen zum Schutz der gentechnikfreien Landwirtschaft geben. Sonst droht ein Kontaminationsfiasko, wie es etwa in Kanada bereits traurige Realität ist auch für die europäische Landwirtschaft.

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