Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Brandenburg: Anbau von Gen-Mais nicht ausreichend überwacht

Brandenburg ist das Bundesland mit der größten geplanten Gen-Maisanbaufläche in Deutschland. Gerade hier stimmen bei jedem neunten Standort die Anmeldedaten nicht mit der genauen Lage der Äcker überein. Das zeigen die von Greenpeace über Google Maps bereitgestellten Karten. Nach Bayern sind jetzt auch die geplanten Anbauflächen in Brandenburg einsehbar. Laut Register sollen 1652 Hektar mit dem umstrittenen Gen-Mais MON810 bestellt werden.

  • /

Die Behörden sind mit der Überwachung des Gen-Maisanbaus bereits auf geringer Fläche überfordert, sagt Stephanie Töwe, Gentechnikexpertin bei Greenpeace. Gen-Pflanzen sind schon riskant genug, nachlässige Behörden verschärfen das Problem. Wir brauchen keine Gen-Pflanzen auf dem Acker. Sie sind eine Gefahr für unsere Umwelt und nicht kontrollierbar.

Die Überwachung der Umweltschäden durch den Gen-Maisanbau funktioniert ebenfalls nicht. Zwar hat der Saatgutkonzern Monsanto, von dem die Gen-Maissorte stammt, einen Überwachungsplan entworfen. Er ist aber ungeeignet, die Umweltrisiken zu erfassen. Der Gen-Mais selbst produziert ein Insektengift. Die Auswirkungen auf Schmetterlinge und Wasserorganismen werden nur unzureichend kontolliert, die auf Bodenorganismen überhaupt nicht.

Erst im Januar 2009 hat das Bundesamt für Naturschutz (BfN) den Überwachungsplan erneut kritisiert. Und auch Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hat kürzlich angekündigt, den Plan von 2008 zu prüfen und gegebenenfalls den Anbau von Gen-Mais noch vor der diesjährigen Aussaat zu verbieten.

Zahlreiche Studien zeigen bereits die Gefahren von Gen-Mais. Aigner darf den Schlingerkurs ihres Vorgängers Seehofer nicht fortsetzen. Sie muss jetzt einen Anbaustopp verhängen, bevor der Gen-Mais im Boden ist, fordert Töwe. Österreich, Frankreich, Ungarn, Polen und Griechenland haben vorgemacht wie es geht. Dort ist der Anbau von Gen-Mais untersagt.

 

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Gentechnik beim Namen nennen

Die „Genschere“ Crispr ist Gentechnik, entschied heute der Europäische Gerichtshof. Daraus entstehende Produkte sind damit kennzeichnungspflichtig. Gut für Umwelt und Verbraucher!

Na dann Mahlzeit!

CETA tritt vorläufig in Kraft – und in Kanada kommt genveränderter Lachs auf den Markt. Der könnte durch das Handelsabkommen in Europa landen, so Greenpeace-Analysen.

Bleib sauber

Raps-Saatgut ist frei von Gentechnik. Die anstehende Fusion von Bayer und Monsanto sowie eine neue Generation an Pflanzen bedrängen jedoch die gentechnikfreie Landwirtschaft.