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Beratungsresistente BASF

Wochenlang hatten Greenpeace-Aktivisten im nordschwedischen Haparanda gegen die Auspflanzung der Genkartoffel Amflora protestiert, dann ließ der Konzern BASF die Risikoknolle ausbringen. Geschützt von einem Polizeiaufgebot wurde die Amflora auf den Acker gebracht.

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Zuvor nahm die Polizei sieben vor dem Lager der Genkartoffel demonstrierende Aktivisten fest. Und auf dem für die Genknolle vorgesehenem Feld griff die Polizei erneut zu, um weitere Aktivisten zu hindern aktiv zu werden.

Doch warum gab es diesen langen Protest? Die Zulassung der Amflora stellt einen Bruch europäischer Gesetze dar und ist daher illegal. Die Genkartoffel trägt ein Resistenzgen das auf Krankheitserreger wie Tuberkulose übergehen und diese gegen Antibiotika resistent machen kann. Daher fordert Greenpeace die schwedische Regierung auf, den Anbau der Gen-Kartoffel zu verbieten. Von der EU wird gefordert die Zulassung für die Amflora zurückzuziehen.

Die Kommission hat die Amflora unter Missachtung der Gesetze einfach durch gewunken und die schwedische Regierung sieht nun zu, wie sie angebaut wird. Wenn die Politik nicht handeln, müssen wir handeln, sagt Ludvig Tillman, Sprecher von Greenpeace Schweden.

Die BASF behauptet, dass die Amflora für industrielle Zwecke gedacht ist. Dennoch hat die Gen-Kartoffel auch die Zulassung als Futtermittel und darf sogar mit bis zu 0,9 Prozent in Lebensmitteln enthalten sein.

Die Amflora ist nicht nur ein hochriskantes Produkt, sie ist zudem völlig überflüssig, sagt Dirk Zimmermann, Gentechnik-Experte von Greenpeace Deutschland. Industrie und Verbraucher wollen die Kartoffel überhaupt nicht. Dass dafür gesundheitliche Risiken eingegangen und Gesetze gebrochen werden, ist absolut unverständlich. Einmal in die Natur entlassen sind gentechnisch veränderte Organismen nicht mehr rückholbar. Die von ihnen ausgehenden Gefahren lassen sich nicht kontrollieren.

Einige EU-Mitgliedsstaaten, beispielsweise Österreich, Griechenland und Ungarn, haben bereits Konsequenzen gezogen und die Amflora verboten. Vor dem Europäischen Gerichtshof ist eine Klage eingereicht worden, mit dem Ziel die Zulassung der Kartoffel rückgängig zu machen.

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