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Wind-Stärke

Windenergie verdrängt zunehmend Kohle und Öl. Die junge Technologie rechnet sich inzwischen besser als die alten Schmutzfinken. Das gibt den Windmühlen eine zentrale Rolle beim Klimaschutz.

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Der Wind frischt auf. Bis zum Jahr 2030 können weltweit Windkraftanlagen mit einer Kapazität von 2000 Gigawatt am Netz sein. Der so erzeugte Windstrom würde dann knapp ein Fünftel des weltweiten Strombedarfs decken – etwa das Doppelte, das die heute noch etwa 400 Atomkraftwerke auf der Welt erzeugen. Ein solcher Ausbau der Windkraft würde mehr als zwei Millionen Arbeitsplätze schaffen - und weltweit drei Milliarden Tonnen CO2 einsparen. Dies belegt eine aktuelle Studie, die Greenpeace und das Global Wind Energy Council vorgestellt haben. 

Nun ist die Stromerzeugung, etwa mit schmutzigen Kohlekraftwerken, nicht die einzige Quelle, die den Klimawandel befeuert. Aber sie ist die größte: Ein Viertel aller Treibhausgase entsteht hier. Um diesen CO2-Block möglichst rasch abzubauen, eignet sich am besten Windenergie. Der Vorlauf von der Planung bis zur Inbetriebnahme der Anlagen ist kurz, ihre Größe variabel und die Kosten niedrig. 

Eile ist geboten. Um den Klimawandel in beherrschbaren Grenzen zu halten, muss die Erderwärmung unter zwei Grad gehalten werden. Das wird nur gelingen, wenn der weitere Anstieg der CO2-Emissionen schon in den kommenden Jahren nicht nur gestoppt sondern auch eine Trendwende eingeleitet wird. Danach allerdings sieht es bislang nicht aus. Obwohl Politiker seit Jahren über Klimaschutz sprechen, obwohl Deutschland inzwischen die Energiewende eingeleitet hat, sinken die Emissionen nicht mal bei der Stromerzeugung.  

Das Fraunhofer Institut hat mit einer Studie im November 2013 nachgewiesen: Es ist günstiger, in Deutschland Strom mit Windkraftanlagen an guten Standorten zu produzieren als in neuen Gas- und Steinkohlekraftwerken. 

„Bereits im Jahr 2020 kann Windkraft mehr als eine Milliarde Tonnen CO2 jährlich einsparen – mehr als Deutschland und Italien zusammen ausstoßen“, sagt Sven Teske, Energieexperte von Greenpeace International. „Aber dafür braucht es politische Anreize – für Europa können die Staats- und Regierungschefs sie beim Gipfeltreffen diese Woche schaffen.“

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