Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Greenpeace: Berufung von Josefsson ist ein Affront

Die Bundesregierung hat einen Klimaschutzbeauftragten berufen: den Chef des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall, Lars G. Josefsson. Diesen Schritt der Regierung kommentiert Andree Böhling, Energieexperte von Greenpeace:

  • /

Die Bundesregierung verspielt jegliches Ansehen beim Thema Klimaschutz. Nicht genug, dass Umweltminister Gabriel für seine industriefreundliche Interpretation des Emissionshandels einen Blauen Brief aus Brüssel erhält, zumal er Klimaschutz mit der Förderung von Braunkohlekraftwerken verwechselt. Nun macht die Bundesregierung mit Josefsson auch noch den Chef von Vattenfall zu ihrem Klimaschutzbeauftragten. Den Chef eines Konzerns, der für den Abbau und die Verstromung von Braunkohle, dem klimaschädlichsten Energieträger überhaupt, steht. Das ist dreist.

Es ist ein Affront und Realsatire, wenn Frau Merkel beim Klimaschutz nicht mehr auf ihre Sachverständigenräte hören will, sondern auf einen Konzernchef, der sich als vermeintlicher Klimaschützer präsentiert, aber vor allem an der Klimazerstörung verdient. Da kann man nur hoffen, dass Brüssel ab sofort das Klima vor der Bundesregierung schützt.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Corona-Krise: Wirtschaftshilfen

Wie notwendige Wirtschaftshilfen die Corona-Krise abfedern und die ökologische Transformation beschleunigen können

Mehr zum Thema

Nicht verkohlen lassen!

Das Kohlekraftwerk Datteln 4 geht heute ans Netz. Ein Affront für alle, die die drohende Klimakatastrophe abwenden wollen. Greenpeace Aktivist*innen protestierten vor Ort.

Startklar für die Zeitenwende

Von Corona gelernt: Die meisten Deutschen wären bereit, auch zum Schutz des Klimas ihre Lebensgewohnheiten umzustellen. Das ergab eine aktuelle Greenpeace-Umfrage.

Ausgerechnet

Will Deutschland seine internationalen Verpflichtungen beim Klimaschutz einhalten, darf der Kohletagebau Garzweiler nicht erweitert werden. Das rechnet eine Greenpeace-Studie vor.