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Greenpeace-Messungen weisen steigende Verockerung nach

Braunkohletagebau belastet die Spree

Die Verockerung von Gewässern im Spreewald steigt. In einem dreitägigen Messcamp haben Greenpeace-Aktivisten Mitte Juli die Verockerung der Spree im Biosphärenreservat dokumentiert. An vielen Stellen sind die Eisenoxydwerte der Gewässer vor und im Spreewald deutlich höher als bei früheren Messungen.

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Als direkte Folge des Braunkohletagebaus färbt sich bei der Verockerung das Flusswasser rostrot.  Eisenhaltiger Schlamm lagert sich ab und belastet das Ökosystem stark. Bisher war das hauptsächlich südlich des Spreewaldes der Fall, doch mittlerweile ist die Verockerung auch im Biosphärenreservat angekommen. Wie solche Umweltgefahren bei bestehenden und geplanten Tagebauen zu verhindern sind, hat bisher kein Energiekonzern glaubhaft demonstriert. „Die Spätfolgen des dreckigen Braunkohleabbaus sind nicht unter Kontrolle. Damit das in Zukunft gesichert ist, müssen Brandenburg und Sachsen alle geplanten Tagebauprojekte stoppen“, fordert Niklas Schinerl, Energieexperte bei Greenpeace.

Anfang des Jahres hat die Landesregierung Brandenburgs auf Druck der Bevölkerung zwar Sofortmaßnahmen beschlossen, doch konnten sie die Verockerung bis zum Messzeitpunkt kaum bremsen. Der Rostschlamm hat die südlichen Spree-Zuflüsse Wudritz, Greifenhainer Fließ oder Vetschauer Mühlenfließ sichtbar rot gefärbt. Das Wasser trinken oder drin baden sollte man nicht mehr. „Die unwirksame Kosmetik der Landesregierung kann das Problem nicht mal kaschieren: Tagebaue sind Zeitbomben mit unabsehbaren Umweltfolgen“, sagt Niklas Schinerl.

Starkregen und Hochwasser in den Jahren 2010 und 2011 haben die schwerwiegenden Folgen des Tagebaus verdeutlicht: Durch die hohe Grundwasserbildung gelangen Eisenverbindungen und Sulfat aus den geschlossenen Tagebauen verstärkt in die Gewässer. Zwar sind Verfärbung und Rostschlamm für Menschen nicht gefährlich, doch der so reduzierte Lichteinfall beschädigt das Ökosystem eines Flusses gravierend. Trotz dieser Umweltrisiken plant der Energiekonzern Vattenfall fünf weitere Braunkohletagebaue in der Lausitz.

Was kann ich gegen weitere Tagebaue tun?

Am 23. August wollen wir mit Ihnen und vielen anderen Menschen in der Lausitz ein kraftvolles Signal an die Politik und an die Kohlekonzerne in Form einer internationale Anti-Kohle-Kette senden. Dabei sollen erstmals über die deutsch-polnische Grenze hinweg zwei von der Abbaggerung bedrohte Dörfer - Kerkwitz und Grabice – symbolisch miteinander verbunden werden. Hier können Sie gegen weitere Tagebaue unterzeichnen!

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