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Weil sie gegen Atomkraft sind?

Einreise nach Südkorea verweigert

Wovor haben sie Angst, fragt Kumi Naidoo, Geschäftsführer von Greenpeace International. Denn drei seiner Kollegen durften heute morgen nicht nach Südkorea einreisen. Ist das, was sie im Gepäck hatten, so brisant?

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Es geht ohne Atom- und Kohlekraftwerke  - das ist die Botschaft mit der die Greenpeace-Delegation in Südkorea auf Reisen gehen wollte. Geplant sind Gespräche mit Park Woon Soon, dem Bürgermeister von Seoul, Medienvertretern, lokalen Politikern und NGOs. Denn dass die Energeiversorgung der Zukunft mit Erneuerbaren Energien - ohne klimaschädliche Kohle und den Risiken der Atomkraft - möglich ist, zeigt unser globales Konzept Energy [R]evolution.

Mitte April soll ein detailliertes Konzept für Südkorea veröffentlicht werden - offensichtlich zum Widerwillen der südkoreanischen Regierung. Denn während Kumi Naidoo einreisen durfte, warteten Mario Damato, Geschäftsführer von Greenpeace Ostasien sowie zwei weitere Greenpeace-Führungskräfte auf dem Flughaben auf ihre Ausweisung.

Was haben Atomindustrie und Regierung zu verbergen, was soll die Öffentlichkeit nicht erfahren? Fürchten sie sich vor dem, was Greenpeace über Fukushima und Tschernobyl zu berichten hat? - fragt sich Naidoo.

Die Ausweisung der Drei ist nicht der erste Vorfall. Südkoreanische Behörden sind in der Vergangenheit bereits aktiv geworden, wenn es darum ging, die Atomkraftpläne der Regierung zu kritisieren: So steckte die Regierung zehn Billionen Won (9,3 Millionen US-Dollar) in eine Anti-Greenpeace-Kampagne, nachdem Greenpeace 2011 angekündigt hatte, ein Büro in Seoul eröffnen zu wollen.

Wir lassen uns nicht zum Schweigen bringen, sagt Damato und fordert ein Gespräch über die Ausweisung mit den verantwortlichen Behörden.

Publikationen

Energy [r]evolution: 4 Auflage

Diese Nachfolgestudie zeigt nachvollziehbar, dass es möglich ist mit Energieeinsparungen sowie vor allem mit dem verstärkten Einsatz Erneuerbarer Energien den weltweiten Kohlendioxidausstoß bis zum Jahr 2050 um 80 Prozent zu reduzieren, statt wie bisher angenommen zu halbieren.

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