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Lichter gegen Kohle

Viele Laternen und eine klare Forderung: Raus aus der Kohle. Menschen in fast 40 Städten forderten Energieminister Sigmar Gabriel am Wochenende zum Kohleausstieg auf.

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St.Martin ist eigentlich erst morgen, aber schon am Wochenende zogen an vielen Orten in Deutschland Gruppen mit Laternen in die Innenstädte: Ein leuchtendes Signal an den Energie- und Wirtschaftsminister, sich von der Kohle zu verabschieden.

Zu den Protesten hatte Greenpeace gemeinsam mit dem Aktionsnetzwerk Campact aufgerufen. Allein in Berlin versammelten sich mehr als hundert Erwachsene und Kinder und appellierten mit Plakaten und Transparenten an Gabriel, den deutschen Klimaschutz nicht der Kohlelobby zu opfern.

Denn Gabriel steht kurz davor, sich von den Klimaschutzzielen zu verabschieden. Die sehen vor, dass die Emissionen bis 2020 um 40 Prozent reduziert werden; auch der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD schreibt dieses Ziel fest. Einen Plan zur Umsetzung legte Gabriel allerdings bisher nicht vor.

Deutschlandweite Proteste gegen Gabriels Kohlepolitik

Um Gabriel endlich zum Handeln zu bewegen, schütteten ihm Greenpeace-Aktivisten in der vergangenen Woche acht Tonnen Kohle vor sein Ministerium. Und auch heute kam der Vizekanzler nicht an den Protesten vorbei. Bei einem Besuch in Hofheim bei Frankfurt musste Gabriel sich vor empörten Demonstranten für seine Kohlepolitik rechtfertigen.

Mit ihren Protesten haben Menschen in ganz Deutschland erneut deutlich gemacht, dass Kohle keine Zukunft haben darf. Der fossile Brennstoff verpestet das Klima und produziert schmutzige statt erneuerbare Energie. Gabriel muss sich jetzt von der Kohlelobby lösen und sich endlich für eine nachhaltige Energiepolitik einsetzen.

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