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Steuerzahler sollen für Asse-Sanierung aufkommen

Am morgigen Freitag beschließt der Bundestag die 10. Novelle des Atomgesetzes. Darin wird festgelegt, dass der Bund die Kosten für die Sanierung des maroden Atommülllagers Asse übernimmt. Ein Skandal, sagt Greenpeace-Atomexperte Christoph von Lieven.

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Eine Sicherung des Atommülls würde nach Schätzungen rund zwei Milliarden Euro kosten. Jahrzehntelang haben die Atomkraftwerksbetreiber von der billigen Entsorgungsmöglichkeit profitiert. Jetzt, da es ans Bezahlen geht, muss die Allgemeinheit herhalten.

Von 1976 bis 1978 wurden in der Asse noch 52.000 Fässer mit Atommüll eingelagert. Das entspricht dem gesamten in dieser Zeit in Deutschland angefallenen schwachradioaktiven Müll - auch aus deutschen Atomkraftwerken. Insofern sind die Energiekonzerne für einen Großteil des Atommülls in der Asse verantwortlich, der jetzt solche Probleme bereitet.

So werden Großkonzerne vom Steuerzahler subventioniert. Dabei machen die Energieversorger trotz der Wirtschaftskrise Milliardengewinne mit ihren überhöhten Strompreisen. Sie dürfen jetzt nicht so einfach aus ihrer Verantwortung für den strahlenden Müll entlassen werden, so von Lieven.

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