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Greenpeace-Aktivisten im Schlauchboot vor Krillfangschiffen
Paul Hilton / Greenpeace

Greenpeace-Aktivisten protestieren an Krillfangschiff im Südpolarmeer

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Greenwich Island ist eine ungemütliche Gegend: Die Insel liegt im Südpolarmeer, den erbarmungslosen Elementen setzt sich hier niemand zum Spaß aus. Wohl aber zum Schutz: Greenpeace-Aktivisten harrten gestern in einer Überlebenskapsel aus, die sie an der Ankerkette des Krillfangschiffes More Sodruzhestva befestigt haben. Auf Bannern fordern sie „Protect the Antarctic“ – schützt die Antarktis! Denn der ukrainische Trawler fischt dort, wo ein Meeresschutzgebiet möglich wäre: Nach Krill, jenen kleinen Krebstieren, die Nahrungsgrundlage für das Leben in der Antarktis sind. Pinguine, Robben und Wale sind auf gesunde Bestände angewiesen.

Das Greenpeace-Aktionsschiff Arctic Sunrise ist seit Beginn des Jahres in der Antarktis unterwegs, um den Lebensraum über und unter Wasser zu dokumentieren. Seine Besatzung sammelt Daten, um ein ehrgeiziges Ziel zu erreichen: Im Oktober soll im Weddellmeer das größte Meeresschutzgebiet der Welt entstehen; dann entscheidet die Kommission zum Schutz der Antarktis, die CCAMLR, ob der Plan wirklich umgesetzt wird. Dank der Tauchgänge, die Greenpeace vor einigen Wochen unternommen hat, gibt es Hinweise auf ein „Vulnerable Marine Ecosystem“– ein besonders verletzlicher Lebensraum, der unter entsprechend besonderem Schutz stehen muss.

Keine Störung mehr

Krillfangschiffe stören das Ökosystem nicht nur durch Schleppnetze. Weil die Fanggründe so weit im eisigen Meer liegen, übergeben die Trawler in der Regel ihre Beute vor Ort an Kühlschiffe. So auch die More Sodruzhestva. Der Trawler liegt längsseits der „Skyfrost“, einem Kühlschiff unter der Flagge Panamas. Das Schiff ist im Besitz eines griechischen Eigners. Bei der Übergabe ankern die Schiffe in der Regel in etwas ruhigeren Gewässern wie Buchten, die häufig nicht weit von Pinguin- oder Robbenkolonien liegen – eine Praxis, von der die CCAMLR ausdrücklich abrät, weil sie Schäden am Meeresgrund anrichtet.

Gegen diese verantwortungslosen Praktiken protestierten die Greenpeace-Schwimmer mit vollem Körpereinsatz. „Krill ist die Basis des antarktischen Nahrungsnetzes. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Krillfischerei weiter diesen fragilen Lebensraum bedroht“, sagt Thilo Maack, Greenpeace-Experte für Meere, der die Expedition derzeit auf der Arctic Sunrise begleitet.

Unnötig gefährdet

Besonders unsinnig: Die Fischereiindustrie setzt für ein Produkt, das niemand braucht, einen gesunden Lebensraum aufs Spiel. Ein Großteil des gefangenen Krills wird zu Fischfutter verarbeitet, doch den Profit machen die Unternehmen mit etwas anderem: Krillöl, als Lieferant von Omega-3-Fettsäuren. Wer tatsächlich auf sie als Nahrungsergänzungsmittel angewiesen ist (und das sind die Wenigsten), muss sicher nicht auf antarktischen Krill zurückgreifen. „Es gibt Alternativen, zum Beispiel auf Mikroalgenbasis“, sagt Maack.

Das gute Geschäft wird durch schmelzende Eisdecken ermöglicht, denn so entstehen neue potenzielle Fanggründe: Die Erderhitzung bedroht die Antarktis also in mehrerlei Hinsicht. Darum wird ein Schutzgebiet benötigt, in dem die industrielle Fischerei untersagt ist. Prominente Antarktis-Botschafter unterstützen die Forderung von Greenpeace, darunter Oscar-Preisträger Javier Bardem oder David Harbour, Star der Netflix-Serie „Stranger Things“.

Antarktis-Expedition der Arctic Sunrise

  • Schiffsbug mit Banner "Protect The Antarctic"

    Schützt die Antarktis!

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  • Krilltrawler und Kühlschiff

    Gefährliche Praxis

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  • Den Elementen trotzend

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  • Gletscher in der False Bay

    Majestätische Eislandschaften in der Antarktis

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  • Wedellrobbe und Eselspinguin in der Antarktis

    Einträchtig auf Eis

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  • Zwei Eselspinguine auf Greenwich Island

    Kalte Kumpeltypen

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