Skip to main content
Jetzt spenden
Porest gegen Thunfischfang mit FAD und Ringwadennetzen der Firma Princes. Februar 2011
Kristian Buus / Greenpeace

Protest: Thunfischfirma im Fokus

Vergangene Woche protestierte Greenpeace vor dem Hauptquartier der Firma Princes in Liverpool (Großbritannien). Princes ist die größte Thunfischdosen-Firma in Großbritannien. Sie verkauft dort mehr als ein Drittel der Dosen. Die Firma hatte bei einem Greenpeace-Ranking von Thunfischfirmen, bei dem die Nachhaltigkeit der Produkte untersucht worden war, am schlechtesten abgeschnitten.

Greenpeace fordert von Princes, keinen Thunfisch zu verkaufen, der mit dem Einsatz von Fischsammlern (fish aggregation devices / FADs) gefangen wurde. Bis zum Morgen des Greenpeace-Protestes hatten bereits 75.000 Menschen eine Protest-Email an Princes versandt, die diese Forderung unterstützt.

FADs sind schwimmende Plattformen an der Wasseroberfläche, unter denen Meerestiere Schutz suchen. Sie locken nicht nur Skipjack – die Beute der Thunfischfänger – sondern auch andere und bedrohte Arten, wie Großaugen- und Gelbflossenthunfische, Haie, Rochen und Schildkröten an. Schließt sich die große Ringwade um die FADs, wird alles mit an Bord gezogen.

Die Firma Princes gehört zu den Gründern einer internationalen Stiftung, die sich International Seafood Sustainability Foundation (ISSF) nennt. Die Stiftung ist ein Zusammenschluss von Firmen, die sich ein wissenschaftlich fundiertes Management der Thunfischbestände auf die Fahne geschrieben haben. Leider verfehlen jedoch bisher ISSF-Produkte überwiegend diesen Anspruch. {image_r}Erst kürzlich schnitten die zwei ISSF-Marken Clover/Leaf/Bumble Bee und Bolton bei einem Greenpeace-Ranking in Kanada am schlechtesten ab. Die ISSF-Firmen müssen dem Wort Nachhaltigkeit im Namen ihrer Stiftung endlich gerecht werden.

Positives gibt es von den Lebensmittelunternehmen Sainsbury’s, Waitrose und M&S in Großbritannien zu berichten. Sie haben den Verkauf von Thunfisch, der mit FADs gefangen wurde, bereits gestoppt. Auch Tesco verabschiedete zu Beginn des Jahres eine Verpflichtung, dieser Linie zu folgen.

Als Alternative zur Ringwadenfischerei mit FADs gibt es die Fischerei mit Angel und Rute (engl. pole & line). Das ist die nachhaltige Methode des Thunfischfangs.

  • Porest gegen Thunfischfang mit FAD und Ringwadennetzen der Firma Princes. Februar 2011

    Schädliche Fangmethoden

    Überspringe die Bildergalerie
  • Thunfischkonserve der UK Firma Princes. August 2008

    Thunfisch von Princes

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Mehr zum Thema

Probenahme auf dem Bodden im Schlauchboot

Mysteriöses Fischsterben auf Rügen

  • 03.02.2022

Wissenschaftler:innen, Behörden und Umweltschützende stehen vor einem Rätsel: Warum verendeten zu Jahresbeginn massenhaft Fische im Jasmunder Bodden?

mehr erfahren
Fischerei mit Schleppnetzen und Grundschleppnetzen

Welche Fangmethoden gibt es?

  • 18.12.2021

Die Meere sind fast leergefischt. Zahlreiche Fischbestände stehen vor dem Zusammenbruch. Doch die Jagd geht weiter. Mit gigantischem Aufwand dringen Fangflotten in immer entferntere Gebiete vor.

mehr erfahren
fishery sea bass

Überfischung

  • 19.10.2021

Unser Verlangen nach Fisch übersteigt die Belastungsgrenzen des marinen Ökosystems bei weitem. Die Überfischung der Meere stellt damit eine große Bedrohung für die Meeresumwelt dar.

mehr erfahren
Dorsch im Stellnetz

Ostsee-Dorsch kollabiert

  • 12.10.2021

EU beschließt, die Fischerei auf Dorsch in der Ostsee einzustellen. Die Bestände sind durch jahrzehntelange Überfischung zusammengebrochen.

mehr erfahren
Rote Tiefseekoralle (Calcigorgia spiculifera) als Beifang

Beifang

  • 06.10.2021

In vielen Fischereien gibt es Beifang. Das heißt, dass außer den Zielarten andere Arten ungewollt mitgefangen werden. In den meisten Fällen werden diese dann tot oder sterbend ins Meer zurückgeworfen.

mehr erfahren

Lebensgrundlagen in Gefahr

  • 18.09.2021

Die Fischerei im Indischen Ozean wird nicht ausreichend kontrolliert: Rund ein Drittel der untersuchten Fischpopulationen gelten bereits als überfischt.

mehr erfahren