Skip to main content
Jetzt spenden
Die Abel Tasman, früher MV Margiris, vor der Küste Mauretaniens
© Pierre Gleizes / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Unsere Ozeane sind in einer Krise: Überdimensionierte Fangflotten jagen mehr Fisch, als nachwachsen kann. Doch nicht nur die Fischbestände sind bedroht. „Den Kleinfischern an den Küsten geht nichts mehr ins Netz, während die Fischerei-Monster weltweit riesige Mengen Fisch und Beifang aus den Meeren holen“, sagt Thilo Maack, Meeresbiologe von Greenpeace.

Der Fluch der Meere

Daten über die 20 schlimmsten europäischen Fangschiffe liefert der neue Greenpeace-Report: Größe, Fangmethode, Finanzierung und Beflaggung. Unter den Fischerei-Monstern ist auch das 116 Meter lange deutsche Schiff „Helen Mary“ – subventioniert mit Steuergeldern: Über 6,2 Millionen Euro steuerte die EU für den Bau bei, später noch einmal 130.000 Euro für Modernisierungen.

Vor Westafrika ist das Schiff auf der Jagd nach Heringen, Makrelen und Sardinen. Als Beifang gehen ihm auch Hammerhaie, Manta-Rochen und Delphine ins Netz – für die Tiere der sichere Tod.

Die Tricks der Monster

Der Bericht zeigt auch die Tricks der Fangflotten-Eigentümer zur Gewinnmaximierung: Schiffe wechseln die Flaggen, um Zugänge zu Fanggründen zu bekommen. Mit Tarnfirmen und in Steueroasen werden Vorschriften umgangen. Die Regierungen sehen tatenlos zu.

Lösung in Sicht

Greenpeace zeigt mit dem Report aber auch, dass es Lösungen gibt, damit sich die Fischbestände wieder erholen können: Abbau der EU-Fangflotten, verstärkte Subventionierung sowie Förderung von Arbeitsplätzen in der handwerklichen Fischerei. Dafür muss aber auch die Politik ihre Verantwortung übernehmen.

In den kommenden Monaten legen die Fischereiminister der Europäischen Union die Fangmengen für das Jahr 2015 fest. Greenpeace fordert die Regierungen auf, Meere und Menschen ernsthaft zu schützen, die Kleinfischerei zu fördern und die Unternehmen der zerstörerischen Fabrikschiffe zur Verantwortung ziehen.

Fordern Sie Fischereiminister Christian Schmidt auf, sich für den Schutz der Meere und gegen die Raubzüge der Fischeei-Monster einzusetzen 

Fischereimonster - der Fluch der Meere

Fischereimonster - der Fluch der Meere

98 | DIN A4

9.53 MB

Herunterladen

Mehr zum Thema

fishery sea bass

Überfischung

  • 19.10.2021

Unser Verlangen nach Fisch übersteigt die Belastungsgrenzen des marinen Ökosystems bei weitem. Die Überfischung der Meere stellt damit eine große Bedrohung für die Meeresumwelt dar.

mehr erfahren
Dorsch im Stellnetz

Ostsee-Dorsch kollabiert

  • 12.10.2021

EU beschließt, die Fischerei auf Dorsch in der Ostsee einzustellen. Die Bestände sind durch jahrzehntelange Überfischung zusammengebrochen.

mehr erfahren
Rote Tiefseekoralle (Calcigorgia spiculifera) als Beifang

Beifang

  • 06.10.2021

In vielen Fischereien gibt es Beifang. Das heißt, dass außer den Zielarten andere Arten ungewollt mitgefangen werden. In den meisten Fällen werden diese dann tot oder sterbend ins Meer zurückgeworfen.

mehr erfahren
Die Saya de Malha Bank ist Teil des Maskarenen-Plateaus und liegt zwischen Mauritius und den Seychellen im Indischen Ozean. Sie ist die größte Seegraswiese der Welt und eine der größten Kohlenstoffsenken der Hohen See.

Fischerei heizt Klimakrise an

  • 18.09.2021

Die Grundschleppnetzfischerei in den Ozeanen löscht marine Lebensräume aus und setzt mehr CO2 frei als die Luftfahrt. Das belegt eine aktuelle US-Studie.

mehr erfahren

Lebensgrundlagen in Gefahr

  • 18.09.2021

Die Fischerei im Indischen Ozean wird nicht ausreichend kontrolliert: Rund ein Drittel der untersuchten Fischpopulationen gelten bereits als überfischt.

mehr erfahren

Siegel nicht sauber

  • 09.09.2021

Das MSC Siegel soll eigentlich nachhaltigen Fischfang garantieren. Doch es hält oft nicht, was es verspricht. Bio-Produkte oder vegetarisch ist daher Ostern die bessere Wahl.

mehr erfahren