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Buckelwal auf der Reise in den Süden, in die Antarktis, 2012
© Paul Hilton / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Krill ist die Nahrungsgrundlage für die Blau- und Buckelwale, Ministerin Aigner sollte sich dringend an ihr Versprechen erinnern, die Wale zu schützen, fordert Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack. Die Fangquote ist wie ein Dolchstoß für die Zukunft der Wale. Während der aktuellen EU-Fischereireform könnte die Ministerin den dringend notwendigen Abbau der Fangflotte entscheidend beeinflussen. Diese Chance darf sie nicht verpassen.

Die Fangquote ist für zwei unter deutscher Flagge fahrende Supertrawler (Fischfangschiffe), die Jan Maria und die Maartje Theadora, vorgesehen. Die Schiffe haben in den EU-Gewässern aufgrund der europäischen Überkapazität längst keine Geschäftsgrundlage mehr. Statt die Schiffe abzuwracken, schauen sich die Eigner nach neuen Fangmöglichkeiten um, sagt Maack. Diesmal sind sie in der Antarktis fündig geworden. Dort soll im kommenden Jahr mitten im Walschutzgebiet unter deutscher Flagge gefischt werden.

Die Schiffe gehören zur Pelagic Freezer Association (PFA). Die Firma ist im Besitz einiger weniger holländischer Reederfamilien, die jährlich Millionen verdienen. Die deutschen Unterfirmen, zu denen die Jan Maria und die Maartje Theadora gehören, sind reine Briefkasten-Unternehmen. Sie führen alle Gewinne an die holländische Mutterfirma ab.

Greenpeace-Protest

Bereits Anfang des Jahres protestierten Greenpeace-Aktivisten gegen das Auslaufen der deutschen Supertrawler nach Westafrika: Im Dezember 2011 legten die Umweltschützer die Jan Maria in Bremerhaven an die Kette.

Als Teil der europäischen Fischereimonsterflotte machte das Schiff der afrikanischen Küstenbevölkerung die Lebensgrundlage streitig. Mit zahlreichen Protestaktionen machten Greenpeace-Aktivisten von Bord des in den westafrikanischen Gewässern kreuzenden Aktionsschiffes Arctic Sunrise im Frühjahr auf das Problem aufmerksam. Die Proteste erreichten ihr Ziel: Micky Sal, der neu gewählte Präsident des Senegal, verwies daraufhin die Fremdflotten der heimischen Gewässer. Mittlerweile ist die Möglichkeit, in westafrikanischen Gewässern fischen zu können, für die Besitzer der EU-Trawler so unattraktiv teuer geworden, dass sie sich nach Fangmöglichkeiten in anderen Gewässern umschauen.

Im Sommer dieses Jahres sollte ein weiteres PFA-Schiff, die Margiris, in tasmanischen Gewässern Schwarmfische fangen. Es handelt sich um das zweitgrößte Fangschiff der Welt. Doch die australischen Umwelt- und Kleinfischereiverbände liefen Sturm und das Schiff musste schließlich unverrichteter Dinge umdrehen. Ein Riesenerfolg auch für Greenpeace. In einer 45minütigen Fernseh-Dokumentation fasste der australische Sender ABC die Ereignisse zusammen.

Strengere Kriterien für die Ausweisung von Schutzgebieten

Neben den Krillfangquoten berät die antarktische Schutzkommission auch über die Ausweisung großflächiger Meeresschutzgebiete im Ross-Meer, in der Ostantarktis sowie entlang der Schelfeiskante. Greenpeace unterstützt die Ausweisung von Schutzgebieten, fordert aber strengere Kriterien. Die Organisation Antarctic Ocean Alliance (AOA), ein Zusammenschluss weltweit operierender Umweltschutzverbände, hat Vorschläge für insgesamt 19 Schutzgebiete im Südpolarmeer gemacht (AOA Report).

Zum Weiterlesen:

Erfolg: Senegal zieht Konsequenzen aus der Fischereikrise

Protest gegen deutschen Trawler vor Mauretanien

EU-Fischerei: Subventionen für die Plünderung der Meere

  • Toter Krill, angespült auf der "King George Insel" in der Antarktis. Oktober 1989

    Toter Krill

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Kurzinfo Überfischung

Kurzinfo Überfischung

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