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Die "Esperanza" hatte den Trawler rund 650 Kilometer vor der Westküste Irlands im Gebiet der so genannten Hatton-Bank angetroffen. Jetzt untersucht und dokumentiert die Greenpeace-Crew erstmal den Beifang, der achtlos ins Meer zurückgeworfen werden sollte.

EU verhindert Kurswechsel bei UN

Nur eine Handvoll von Ländern betreibt überhaupt Grundschleppnetzfischerei auf hoher See, erklärt Maria Caballero, Meeresexpertin an Bord des Greenpeace-Schiffes. Allein elf Länder sind für 95 Prozent der Plünderung verantwortlich und die EU hat daran den größten Anteil.

So verwundert es kaum, dass die EU derzeit jeden Versuch blockiert, über die UN ein Stopp und Verbot der Grundschleppnetzfischerei auf hoher See zu erreichen. Sie ignoriert damit nicht nur Aufrufe von mehr als 1000 Wissenschaftlern, sondern auch Forderungen von einem Dutzend Umweltschutzorganisationen, darunter Greenpeace.

Jeden Tag radieren Trawler aus Spanien und anderen EU-Staaten bedeutsame Tiefseeregionen aus, sagt Caballero. Und damit auch das von ihnen abhängige Leben. Die UN müssen endlich reagieren und die zerstörerischen Fangmethoden verbieten. Nur so können Riesenkraken und Tausende andere Meeresbewohner gerettet werden.

UN verantwortlich für internationale Regeln

In den internationalen Gewässern, gilt das von der UN festgelegte Recht. Bis Mitte November findet in New York die UN-Generalversammlung statt, wo alle Belange der Vereinten Nationen überprüft und gegebenfalls geändert werden können. Greenpeace will mit seiner Arbeit auf See Material sammeln, um die Vertreter bei der UN zu einem Kurswechsel in der Fischereinpolitik zu bewegen.

Die Grundschleppnetzfischerei ist die zerstörerischste Fangmethode weltweit. Dabei wird ein riesiges Netz direkt über den Meeresboden gezogen. Vor dem Netz schrammen schwere Holzbohlen oder dicke Eisenketten über den Grund, um Fische aufzuscheuchen. So wird alles zerstört und eingeebnet, was sich am Boden befindet: Korallen, Meerestiere und die so genannten Seamounts, die Unterwasserberge.

Zurück bleibt eine Einöde ohne Leben, denn alles was nicht rechtzeitig Reißaus genommen hat, landet unweigerlich im Netz und wird mit an die Meeresoberfläche geholt. Eine Prozedur die kaum ein Tiefseebewohner überlebt.

UPDATE/Hamburg (mir) - Die Greenpeace-Crew der Esperanza hat ihreAktion im Nordost-Atlantik fortgesetzt. Ein Aktivist ist auf dasFangnetz eines Grundschleppnetztrawlers gesprungen, als es gerade ausdem Wasser gezogen werden sollte. Die Greenpeacer konnten vonSchlauchbooten aus ein Banner am Heck befestigen, auf dem Tiefseezerstörer steht.

Der unter spanischer Flagge fahrende Fischfangtrawler Playa deMenduiña war zuvor von der Crew mehrfach aufgefordert worden, seinezerstörerische Arbeit einzustellen. Dieser Aufforderung wollte man aberauf dem EU-Schiff nicht nachkommen.

Maria Caballero, Greenpeace-Meeresexpertin an Bord der Esperanza,sagte: Es ist durch und durch falsch, einfach ruhig sitzen zu bleiben,während gleichzeitig Tausende unbekannter Arten von Meeresbewohnerndurch diese Fangmethode ausgelöscht werden. Solange einfältige undfaule Politiker entweder das Problem ignorieren oder aktiv an seinerFortsetzung arbeiten, sind wir moralisch verpflichtet, solche Aktionenauszuführen.

Machen Sie mit! Unsere Kollegen von Greenpeace International bieten Ihnen die Möglichkeit, den Politikern bei der UN-Generalversammlung Ihre Meinung zum Thema zu sagen: Vote for Squid! (auf Englisch)

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