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Betroffen ist vor allem das so genannte Maiskleberfutter. Futterlieferanten müssen nun durch unabhängige Gutachter nachweisen, dass ihre Produkte kein Bt10 enthalten. Das dürfte jedoch sehr schwierig werden: Der Gentechnikkonzern Syngenta, der im Mittelpunkt des Gen-Maisskandals steht, konnte bis heute keine sichere Nachweismethode liefern.

Gegenwärtig ist Europa nicht in der Lage, sich vor der Kontamination durch gentechnisch veränderte Organismen zu schützen, warnt Christoph Then, Gentechnikexperte bei Greenpeace. Diese GVO stehen im Verdacht, die Gesundheit und die Umwelt zu gefährden. Solange die EU-Behörden keine Möglichkeit haben, die Importe auf alle in den USA und anderswo freigesetzten Gen-Pflanzen zu untersuchen, müssen sie sie zurückweisen. Egal ob es sich dabei um Lebensmittel, Tierfutter oder Saatgut handelt.

Immer wieder gerät die Gentechnik außer Kontrolle

Die Geschichte von Gen-Pflanzen, die außer Kontrolle geraten, ist inzwischen lang. Der erste bekannt gewordene Fall war 2001 der sogenannte StarLink-Mais. Obwohl nicht für den menschlichen Verzehr zugelassen, gelangte er in Maisprodukte in den USA und in anderenLändern wie beispielsweise Japan. Eine große Rückrufaktion war dieFolge, um die Menschen vor dem Allergie auslösenden Potenzial des Gen-Maises zu schützen.

Ende letzten Jahres trat der Gen-Maisskandal beim Schweizer Saatgutunternehmen Syngenta zutage: Von 2001 bis Ende 2004 hatte der Konzern versehentlich Gen-Mais vertrieben, der mit dem weder in denUSA selbst noch in der EU zugelassenen Gen-Mais Bt10 verureinigt war. Die Öffentlichkeit wurde aber erst Ende März darüber informiert. Es waren Tausende Tonnen kontaminierten Maises in die US-Nahrungskette gelangt. Und auch nach Europa ist der Gen-Mais exportiert worden.

Vor wenigen Tagen deckte Greenpeace auf, dass in China schon jahrelang Gen-Reis angebaut wird, der nirgends auf der Welt zugelassen ist. Und auch hier kam es zu Verunreinigungen dieses wichtigenNahrungsmittels, wie unabhängige Laboruntersuchungen zeigten. Laut EU-Statistikamt wurden 2003 rund 15.000 Tonnen Reis nach Europa eingeführt.

Neuester Trend: Pharma-Pflanzen

 Der laxe Umgang und die fehlenden Kontrollen in Ländern wie den USA und anderswo sowie die jüngste Entwicklung von Gen-Pflanzen, diemedizinisch wirksame Substanzen produzieren, geben Anlass zur Sorge. Greenpeace warnt vor weiteren Kontaminationsfällen in der Zukunft.

Europa muss die heutige Entscheidung über den Bt10-Mais hinaus erweitern, fordert Then. Auch Importe von anderen Ländern, die mit nicht zugelassenen Gen-Pflanzen oder dem riskanten Pharma-Getreide experimentieren, müssen abgewiesen werden. Am Beispiel Bt10-Mais wurden die Überwachungslücken auf beiden Seiten des Atlantiks deutlich. Der heute beschlossene Quasi-Importstopp kann diese Löcher nicht stopfen.(mir)

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