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Mädchen, 2 Jahre, trinkt Milch aus einem Glas. Wurden bei der Fütterrung der Milchkühe Gen-Pflanzen eingesetzt.2010
Doerthe Hagenguth/Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die Umfrage wurde von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag von Greenpeace durchgeführt. Die Mitarbeiter der GfK befragten per Telefon 1000 Männer und Frauen.

Das Ergebnis war eindeutig: Rund 85 Prozent der Verbraucher in Deutschland wollen, dass Milchkühe kein gentechnisch verändertes Futter erhalten. Zwei Drittel würden sich, wenn sie die Wahl hätten, für das Produkt mit dem Hinweis ohne Gentechnik entscheiden.

Ein Cent je Liter reicht den Landwirten aus, um die Mehrkosten für Futter ohne Gentechnik zu decken, sagt Alexander Hissting von Greenpeace. Gentechnikfreies Futter gibt es, der Verbraucher will es, und trotzdem weigern sich Hersteller wie Weihenstephan oder Bärenmarke, Gen-Pflanzen im Tierfutter auszuschließen. Das ist völlig unverständlich.

Der Agraringenieur und gelernte Landwirt befasst sich seit vielen Jahren mit der Materie. Teuer ist nicht das bessere Tierfutter, sagt er. Teuer ist der Einsatz von Gen-Pflanzen: Sie zerstören die Artenvielfalt und bergen Gefahren für Menschen und Umwelt.

Bislang müssen tierische Produkte nicht gekennzeichnet werden, wenn Gen-Pflanzen im Tierfutter verwendet wurden. Doch seit Mai 2008 können Lebensmittelhersteller Milch, Eier und Fleisch mit dem Hinweis ohne Gentechnik bewerben, wenn bei der Tierfütterung auf gentechnisch veränderte Pflanzen verzichtet wurde. Die Greenpeace-Umfrage zeigt, dass die große Mehrheit der Verbraucher einen solchen Hinweis zu schätzen weiß.

Einige Molkereien haben bereits auf Milchproduktion ohne Gentechnik umgestellt. Seit Oktober 2008 gibt es die ersten Landliebe-Produkte mit der Kennzeichnung ohne Gentechnik in den Supermarktregalen. Landliebe ist eine der bekanntesten Milchmarken Deutschlands.

Die Unternehmen sollten die Kennzeichnung ohne Gentechnik nutzen und die Verbraucher nicht mit irreführender Werbung hinters Licht führen, sagt Hissting. Ein Alpenpanorama oder ein Teddybär auf grüner Wiese garantieren weder Qualitätsmilch noch eine gentechnikfreie oder regionale Produktion. Das grenzt eher an Verbrauchertäuschung.

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