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Gen-Maisfratze, August 2002
© Greenpeace / Martin Langer

Der StarLink-Skandal

8. August 1997

Die amerikanische Firma PGS (Plant Genetic Systems) beantragt die Registrierung des StarLink-Maises bei der EPA (amerikanische Umweltschutzbehörde). Die EPA überwacht die Zulassung neuer Unkrautvernichtungsmittel. Nach dem Zulassungssystem der USA fällt StarLink, der ein Insektizid (Insektenbekämpfungsmittel) produziert, unter die Aufsicht dieser Behörde.

8. August 1997

Die amerikanische Firma PGS (Plant Genetic Systems) beantragt die Registrierung des StarLink-Maises bei der EPA (amerikanische Umweltschutzbehörde). Die EPA überwacht die Zulassung neuer Unkrautvernichtungsmittel. Nach dem Zulassungssystem der USA fällt StarLink, der ein Insektizid (Insektenbekämpfungsmittel) produziert, unter die Aufsicht dieser Behörde.

10. April 1998

Die EPA erteilt eine vorrübergehende Genehmigung für StarLink (die inzwischen im Besitz von Aventis ist). Die Genehmigung ist ausschließlich auf die Verwendung von StarLink als Tierfutter oder für industrielle Zwecke (z.B. für die Herstellung von Alkohol) beschränkt.

17. August 1998

Die EPA gewährt PGS die Zulassung von StarLink als Unkrautvernichtungsmittel, wobei die kommerzielle Nutzung des Maises ausschließlich für Tierfutter gestattet ist. Mit der Registrierung verpflichtet sich Aventis, sicherzustellen, dass bei der Produktion kein StarLink in die menschliche Nahrungskette gelangt.

7. April 1999

Aventis beantragt erneut die Zulassung von StarLink bei der EPA, diesmal für die menschliche Nahrung. Da jedoch unklar ist, ob der Mais Allergien auslösen könnte, verweigert die EPA die Zustimmung.

21. Dezember 1999

Die EPA kündigt an, zu prüfen, wie groß das allergene Potenzial von StarLink ist. Der Vorbericht ergibt, dass das insektizide Eiweiß in StarLink hitzebeständig ist und nicht durch die Magensäfte abgebaut werden kann. Laut Wissenschaftlern sind das die wichtigsten Kriterien, um festzustellen, ob ein Eiweiß ein potenzielles Nahrungsmittelallergen ist. Bei der Auswertung des Aventis-Antrages kommt die EPA zu dem Ergebnis, dass es aufgrund der vorliegenden Informationen nicht möglich sei, eine allergene Wirkung des in StarLink enthaltenen Eiweißes mit Sicherheit auszuschließen.

29. Februar 2000

Das wissenschaftliche Beratungsgremium (SAP) der EPA wird für StarLink einberufen.

29. Juni 2000

Der SAP teilt der EPA mit, dass die zur Verfügung stehenden Daten nicht ausreichen, um festzustellen, ob StarLink ein potenzielles Nahrungsmittelallergen ist oder nicht, und empfiehlt der Behörde, die betroffenen Bevölkerungsgruppen und Tierbestände zu beobachten.

18. September 2000

Ein Zusammenschluss von Gesundheits-, Verbraucher- und Umweltverbänden (=Genetically Engineered Food Alert) verkündet, dass in den Kraft-Tacohüllen, die unter der Marke "Taco Bell" im Handel vertrieben werden, StarLink gefunden wurde.

27. September 2000

Aventis erklären, dass sie den Verkauf von StarLink-Saatgut einstellen werden. Zwei Tage später verkündet das amerikanische Landwirtschaftsdezernat (USDA), dass die StarLink-Bestände der Bauern zurückgekauft werden. Die Entschädigung soll von Aventis übernommen werden.

2. Oktober 2000

Eine Woche, nachdem Kraft freiwillig sein Produkt "Taco Bell" zurückruft, ordnet die zuständige Behörde für Nahrungs- und Arzneimittel (FDA) einen Rückruf der Stufe "II" der Taco-Hüllen an.

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