Jetzt spenden
Verkleidet als Kühe, Schweine und Hühner besuchten 18 Greenpeace-Aktivisten am Donnerstagmorgen den größten spanischen Sojaimporteur Moyresa in Portugalete am Golf von Biskaya.
© Greenpeace / Pedro Armestre

Muhen, Grunzen, Gackern gegen Gentechnik

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Verkleidet als Kühe, Schweine und Hühner besuchten 18 Greenpeace-Aktivisten am Donnerstagmorgen den größten spanischen Sojaimporteur Moyresa in Portugalete am Golf von Biskaya. Sie forderten von dem Unternehmen, in Zukunft auf den Import von genmanipulierter Soja zu verzichten. Bislang importiert Moyresa sowohl natürliche wie auch genveränderte Soja, ohne jedoch eine Trennung vorzunehmen.

Achtzig Prozent der Soja, die nach Spanien gelangt, wird zu Futtermittel verarbeitet und an Kühe, Schweine und Federvieh verfüttert. Deren Produkte Milch, Fleisch und Eier müssen nach der seit April geltenden EU-Verordnung zur Kennzeichnung von genveränderten Lebensmitteln nicht markiert werden. Verbraucher können deshalb nicht wissen, ob beispielsweise die Kuh, deren Milch sie trinken, mit genetisch veränderten Pflanzen gefüttert wurde.

Moyresa muss sich verpflichten, in Zukunft ausschließlich nicht gentechnisch veränderte Soja zu importieren, fordert Juan Felipe Carrasco, Gentechnik-Experte von Greenpeace Spanien. Anderenfalls missbraucht Moyresa sein de facto Monopol und verweigert den Verbrauchern die Möglichkeit, zwischen natürlichen und gentechnisch veränderten Lebensmitteln zu wählen.

Moyresa gehört mit seinen fünf spanischen Niederlassungen zum weltgrößten Sojahändler Bunge und wickelt rund 70 Prozent des spanischen Sojaimports von insgesamt sechs Millionen Tonnen pro Jahr ab. Greenpeace schätzt, dass rund vier Millionen Tonnen davon gentechnisch manipuliert sind. Die Tatsache, dass Moyresa sich bislang nicht öffentlich verpflichtet hat, in Zukunft auf Gen-Soja zu verzichten, ist in unseren Augen eine reine Willensentscheidung. Die Versorgung des Marktes ohne Gentechnik ist möglich, sagt Carrasco.

Auch in Deutschland fordert Greenpeace von den großen Lebensmittelherstellern, ihre tierischen Produkte ohne die Verwendung von Gen-Futter herzustellen. Die Firma Müllermilch beispielsweise lässt ihre Kühe Gen-Futter fressen, hält es aber nicht für nötig, ihre Kunden darüber aufzuklären.

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/sos-tierwohl

SOS Tierwohl!

SOS Tierwohl! Bundesernährungsminister Alois Rainer (CSU) ist gerade dabei, viele Tierwohl-Fortschritte abzuschaffen. Bitte setz dich gegen diese Billigfleisch-Politik ein und unterzeichne die Petition

Petition unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Pigs in Factory Farming in Germany

Mehr zum Thema

Ohne Gentechnik-Logo auf abgepacktem Fleisch

Neue Gentechnik: Positionen des Lebensmittelhandels

Geplante EU-Regeln gefährden die gentechnikfreie Landwirtschaft in Europa. Das hätte auch Auswirkungen auf Verbraucher:innen. Greenpeace hat die Positionen des Lebensmittelhandels abgefragt.

mehr erfahren über Neue Gentechnik: Positionen des Lebensmittelhandels
Gemüse und Obst in Deutschland

Erwartungen an die Agrarpolitik

Folgt auf drei verlorene Ampel-Jahre eine Agrarpolitik mit den Konzepten von gestern, bedroht das die Zukunft der Landwirtschaft. Umfrage zeigt: Politik sollte Verbraucher:innen mehr im Blick haben.

mehr erfahren über Erwartungen an die Agrarpolitik
Protest against Emissions from Dairies in Berlin

Für langfristig sichere Ernten

Immer häufiger bedroht Extremwetter bäuerliche Existenzen und unsere Lebensmittelversorgung. Wer klimabedingten Ernteausfällen mit mehr Gülle und Chemie begegnet, trägt nicht zur Lösung der Krise bei.

mehr erfahren über Für langfristig sichere Ernten
Gewinnerin Friederike

Bastelwettbewerb von Greenpeace und GEOLINO

Kühe gehören auf die Weide! Zu diesem Thema haben über 150 Kinder Klappkarten selbst gestaltet und gebastelt. Die Einsendungen sind so großartig, dass es uns total schwer gefallen ist, drei Gewinner:innen auszuwählen. Darum zeigen wir euch hier auch noch ein paar weitere tolle Bastelarbeiten.

mehr erfahren über Bastelwettbewerb von Greenpeace und GEOLINO
Traktor mit Schild auf der Straße: "Ampel-Irrsinn nicht auf dem Rücken der Bauern".

Proteste: Es geht um mehr als Agrardiesel

Trecker rollen durchs Land – nicht nur in Deutschland. Die Politik reagiert auf die Proteste und streicht Umweltschutzauflagen. Interview zu den Demos und einer Umverteilung von Geldern.

mehr erfahren über Proteste: Es geht um mehr als Agrardiesel
Treckerdemo, ein Trecker schert aus - auf der Frontschaufel ein Schild: Wir denken in Generationen für unsere Kinder!

„Es fehlt ein Masterplan für die Landwirtschaft“

Interview mit Landwirt und Agrarblogger Bernhard Barkmann über die Demonstrationen der Bäuer:innen, die Gefahr von rechts und fehlende Zukunftsvisionen für den Sektor.

mehr erfahren über „Es fehlt ein Masterplan für die Landwirtschaft“