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Zur Diskussion stehen die Richtlinien der Europäischen Kommission zur Koexistenz und die darin vorgeschlagenen Grenzwerte für die Kontaminierung von Saatgut. Die Kommission spricht sich für Grenzwerte zwischen 0,3 und 0,7 Prozent je nach Pflanzenart aus. Sie sieht nur sehr allgemeine Empfehlungen für die einzelnen EU-Mitgliedsstaaten vor. Letztendlich läuft diese Vorgabe auf eine Freigabe kontaminierter Saat hinaus, die zur Verseuchung der gesamten Nahrungskette führen würde.

Eine echte Koexistenz ohne Vermischung kann es nicht geben. Wenn gentechnisch veränderte und herkömmliche Pflanzen erst einmal Acker an Acker wachsen, ist eine Verseuchung der herkömmlichen Pflanzen praktisch unvermeidlich. Leiden würden besonders die Öko-Bauern, die zur Erzeugung Gentechnik-freier Nahrungsmittel verpflichtet sind. Wer für die entstehenden Schäden haften müsste, ist völlig unklar.

Die Bauern müssen vor Kontamination geschützt werden, warnt darum Henning Strodthoff, Gentechnik-Experte von Greenpeace. Das Saatgut ist die Basis der landwirtschaftlichen Erzeugung und unserer Nahrung. Es braucht besonderen Schutz. In Ländern wie Österreich und Deutschland ist das Saatgut noch frei von gentechnischen Kontaminierungen. Hier Grenzwerte einzuführen, ist überflüssig.

Das politische Signal für ein absolutes Reinheitsgebot muss vom Ministerrat kommen. Sollte er sich nicht durchringen, so läge die Entscheidung beim Ständigen Saatgutausschuss der EU, der nach ersten Planungen am 27. Oktober tagen wird. Der EU-Kommission wäre es sicherlich Recht. Der Ausschuss fällt keine politischen, sondern technische Beschlüsse. Nach Ansicht von Greenpeace allerdings ist er damit für eine Entscheidung dieser Reichweite das falsche Gremium. (sit)

Das Ergebnis des Ministerrats-Treffens war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

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