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Die Aktivistinnen und Aktivisten von Greenpeace besuchten 18 Münchner Restaurantküchen. In sechs fanden sie Gen-Sojaöl von Sedina und anderen Herstellern. Sedina-Öl wird im Großhandel in Zehn-Liter-Dosen angeboten. Es ist als gentechnisch verändert gekennzeichnet. Viele Gastwirte übersehen den Hinweis. Darauf angesprochen, reagieren sie vielfach überrascht.

Überhaupt fielen die Reaktionen in den 18 besuchten Restaurants sehr unterschiedlich aus. Einige Gastronomen verweigerten jegliche Auskunft über das von ihnen verwendete Speiseöl. In anderen war der Empfang ausgesprochen freundlich. Neben dem Hofbräuhaus sind das Mövenpick und das Augustiner Restaurant positiv zu erwähnen. Insgesamt versprachen vier der sechs ertappten Restaurants Besserung.

Die Restaurants tun gut daran, sich dem Wunsch nach gentechnikfreiem Essen zu öffnen. Damit zeigen sie Respekt vor ihren Gästen: Verbraucher sind mehrheitlich gegen Gentechnik auf dem Teller, sagt Ruth Piotrowski vom Team50plus. Sie verweist zudem darauf, dass die Gastronomen gesetzlich verpflichtet sind, die Verwendung von genmanipulierten Zutaten auf ihren Speisekarten zu vermerken. Tun sie dies nicht, droht ihnen ein Bußgeld bis zu 50.000 Euro.

Das Team50plus befindet sich seit dem 17. Februar auf einer Tour durch deutsche und österreichische Städte, um nach Gentechnik im Essen zu fahnden und Aufklärungsarbeit zu leisten. München war nach Hamburg und Köln die dritte Station.

In Köln besuchten die geGENtour-Reisenden am Sonnabend innerhalb von vier Stunden 27 Restaurants. Zehnmal fanden sie heraus, dass genmanipuliertes Sedina-Öl verwendet wurde, ohne auf den Speisekarten darauf hinzuweisen. Neun der zehn Gastronomen versprachen, auf gentechnikfreies Öl umzusteigen.

Greenpeace ist gegen den Anbau genmanipulierter Pflanzen. Bereits heute sind die ökologischen Schäden durch den Anbau von Gen-Soja weltweit sichtbar. Laut einer Studie des US-Agrarwissenschaftlers Charles Benbrook mussten 2004 auf US-amerikanischen Gen-Sojafeldern 42 Prozent mehr Pflanzenvernichtungsmittel gespritzt werden als auf Feldern mit konventioneller Soja.

Auf den Gen-Sojafeldern in Argentinien rufen die massiven Giftduschen bei den Arbeitern Erbrechen, Durchfall, Hautausschläge und Augenreizungen hervor. Zudem belastet der erhöhte Spritzmitteleinsatz Böden und Gewässer.

Auf unserer Team50plus-Seite finden Sie ein Tagebuch der geGENtour, kleine Portäts der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Filmmaterial. (sit)

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