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15.000 Menschen demonstrieren in Madrid (Spanien) gegen Gentechnik in der Landwirtschaft.
Emma Stoner/Greenpeace

Gentechnik: In Europa rumort es

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die Entscheidung der neuen EU-Kommission, nach zwölf Jahren erstmals wieder eine gentechnisch veränderte Pflanze - die Kartoffel Amflora - zu genehmigen, hat eine Protestwelle in Bewegung gesetzt. Europaweit machen Verbraucher, Landwirte, Politiker, gar ganze Regierungen deutlich, dass sie keine Gentechnik im Essen und auf dem Acker wollen - nach dem Motto: Gen-Pflanzen sind riskant, keiner braucht sie und keiner will sie.

Ende März startete Greenpeace mit einer GE-free-Future Bustour durch Europa. Von Amsterdam ging es nach Dänemark, Schweden, Italien, Luxemburg, Frankreich und Spanien, um dort vor Ort Unterschriften für eine europaweite Petition gegen Gen-Pflanzen zu sammeln. Denn eine Million Unterschriften sollen zusammenkommen, um zu zeigen, dass europäische Verbraucher keine Gen-Pflanzen wollen und sich für ein Moratorium stark machen. Damit das klappt, ist Greenpeace Internationional eine Kooperation mit der Internet-Organisation Avaaz und anderen Verbänden eingegangen. So haben online bereits 743.675 Menschen unterschrieben. 

Bunte Vielfalt gegen eintönige Gentechnik

Mitte April erreichte der gentechnikfreie Zukunftsbus dann Madrid, wo 15.000 Landwirte, Umweltschützer sowie Verbraucher gemeinsam gegen Agrogentechnik auf die Straße gingen. Spanien ist in Europa das einzige Land, in dem in größerem Maßstab Gen-Pflanzen kommerziell angebaut werden. Insbesondere der in Deutschland verbotene Gen-Mais Mon810 bereitet dort auf 76.000 Hektar Verbrauchern und gentechnikfrei arbeitenden Landwirten Sorgen.

In Luxemburg sprach sich das Parlament für ein EU-Moratorium gegen den Anbau von Gen-Pflanzen aus. Ungarn unterstützte ebenfalls die Petition. Auch Roms Bürgermeister unterzeichnete sofort im Greenpeace-Bus die Forderung. Dänemarks zuständige Politiker verkündeten während der Tour, dass sie die Gen-Kartoffel zum Anbau verbieten wollen. In Schweden speisten - ähnlich wie hier vorm Brandenburger Tor in Berlin - Umweltschützer gemeinsam an einem großen NEJ (NEIN) aus Esstischen gegen die BASF-Kartoffel. Österreich hat ein offizielles Anbauverbot bereits durchgesetzt.

In Brüssel stellten Aktivisten als Antwort auf die Anbauzulassung der Amflora große Plakatwände auf, auf denen die beiden Köche dieser Gen-Küche, EU-Kommissionspräsident José Manual Barroso und EU-Gesundheitskommissar Jose Dalli, und ihre Genmanipulierten Katastrophenrezepte in Form eines kleinen Kochbuchs vorgestellt wurden.

Begonnen haben wir bereits vor der Zulassung der Gen-Kartoffel mit der Nicht-vergessen-Aktion. Entweder auf unserer Online-Pinnwand oder auf einer Postkarte konnten Interessierte ihre persönliche Botschaft gegen Gen-Pflanzen an Landwirtschaftsministerin Aigner, Umweltminister Röttgen und CSU-Chef Seehofer formulieren. Verbraucher haben aus einer Vorauswahl die besten fünf Sprüche von der Online-Pinnwand gewählt. Gewonnen hat: Die Risiken sind unabsehbar, die Mehrheit ist dagegen. Warum also? Die ersten fünf werden bei der Übergabe aller Botschaften an Frau Aigner besonders präsentiert. Wir haben einen Termin angefragt.

Europaweit startete nach der Zulassung die von Umweltverbänden gemeinsam ins Leben gerufene Internet-Mitmachaktion Stop the Crop. Frau Merkel, Herr Westerwelle und Herr Seehofer bekommen in Deutschland ebenso Verbraucherpost wie Frau Aigner. Denn die drei Koalitionspartner waren maßgeblich daran beteiligt, dass im Koalitionsvertrag festgehalten wurde, die Gen-Kartoffel Amflora zu fördern. Allein Frau Aigner hat bis heute rund 7.000 Protestmails erhalten. Eine Antwort auf die Sorgen und Forderungen der Bürger steht bis heute aus. Aber der eine oder andere engagierte Verbraucher hat auch auf der Website abgeordnetenwatch.de nachgehakt und Frau Aigner um Stellungnahme gebeten.

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