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Zuckerrüben auf einem Acker
Ulrich Schiller

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Ein kalifornischer Bundesrichter hatte letzte Woche die Zerstörung von Feldern mit Setzlingen von Gen-Zuckerrüben angeordnet. Es bestehe ein erhebliches Risiko, dass diese Pflanzen die Umwelt unwiderruflich schädigen könnten, sagte Richter Jeffrey White. Bereits im August hatte White den Anbau der Gen-Rübe verboten, da die nötige Umweltprüfung fehle. Trotzdem wurde die Gen-Rübe weiterhin zu Vermehrungszwecken angebaut. Umwelt- und Verbraucherschützer in den USA gingen dagegen rechtlich vor. Mit Erfolg! Nun will das deutsche Saatgutunternehmen KWS gegen das Urteil Berufung einlegen.

Obwohl die USA immer wieder als Mekka der Gentechnik bezeichnet werden, wächst auch dort der Widerstand gegen Gentechnik auf dem Acker und in Lebensmitteln, sagt Gentechnikexpertin Stephanie Toewe von Greenpeace. Kein Wunder, denn nach über zehn Jahren Anbau von Gen-Pflanzen zeigen sich überall Probleme: Schädlinge werden resistent, Unkräuter sind Spritzmitteln gegenüber widerstandsfähig geworden. Die Versprechen der Gen-Industrie sind nicht im Geringsten in Erfüllung gegangen.

{image}Die genmanipulierte Zuckerrübe H7-1 wird seit 2007 in den USA angebaut und von der US-Agrarfirma Monsanto und dem deutschen Saatgutunternehmen KWS Saat AG vermarktet. Sie ist gentechnisch so verändert, dass sie dem Pflanzengift Roundup widersteht. Dieses Herbizid gehört ebenfalls zur Produktpalette Monsantos.

Auf die Umweltrisiken der Gen-Rübe weist auch Greenpeace immer wieder hin: Durch Pollenflug kann sie sich mit artverwandten Pflanzen wie beispielsweise Mangold und Roter Beete leicht kreuzen. In einer Entfernung von 200 Metern zum Rübenacker wurden in Feldversuchen noch bis zu 40 Prozent genmanipulierte Nachkommen gefunden.

Versuchsanbau auch in Deutschland

Auch in Deutschland wurden 2010 auf zwei Versuchsflächen in einer Gesamtgröße von etwa 1800 Quadratmetern in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen Gen-Zuckerrüben freigesetzt. Die verantwortliche Firma Planta GmbH, ein Tochterunternehmen der KWS, hat bis 2011 eine Genehmigung für weitere Freisetzungsversuche in Deutschland. Monsanto hat für die Jahre 2011 bis 2014 mit der gleichen Rübe Freisetzungsflächen beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit angemeldet.

Im Mai dieses Jahres hatte Greenpeace auch in deutschen Supermärkten US-Süßwaren mit Gen-Zucker gefunden. Schokolade der US-Firma Hershey enthält laut Zutatenliste gentechnisch veränderten Zucker. Auf den importierten Schokoriegeln Butterfinger und Baby Ruth, die Gen-Zucker enthalten, fehlte eine Kennzeichnung. Der Verkauf von nicht gekennzeichnetem Gen-Food ist in Europa strafbar.

(Autorin: Simone Miller)

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