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Greenpeace-Aktivisten sammeln gentechnisch veränderten Raps in Basel, 2012.
Greenpeace / Olivia Heussler

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die heikle Fracht stammt wahrscheinlich von der Rhein-Schifffahrt. Immer wieder werden Gen-Saaten auf Transportwegen unfreiwillig freigesetzt. Nach Untersuchungen von Greenpeace wächst der Gen-Raps GT73 des US-Agrarkonzerns Monsanto an drei Standorten (Kleinhüningen, Basel-St. Johann und Muttenz) im Hafengelände von Basel. Genmanipulierter Raps darf in der Schweiz nicht in die Umwelt gelangen. Auch die Einfuhr als Lebens- oder Futtermittel ist verboten. Greenpeace-Aktivisten haben heute positiv gestestete Raps-Pflanzen eingesammelt und sie dem für Biosicherheitsfragen zuständigen Kantonalen Laboratorium Basel-Stadt sowie dem Sicherheits-Inspektorat des Kantonalen Umweltamtes Baselland überstellt.

Die Ausbreitung des Gen-Raps zeigt erneut, dass Gen-Pflanzen nicht kontrollierbar sind, sagt Dirk Zimmermann, Gentechnik-Experte von Greenpeace. Es ist praktisch unmöglich, genmanipuliertes Saatgut sicher zu transportieren. Auch als blinde Passagiere können Samen im Güterverkehr mitreisen.

Besonders der herbizidresistente Gen-Raps GT73 wird immer wieder ungewollt freigesetzt: In japanischen Häfen gerieten Rapssamen beim Umladen in die Umwelt - verschüttete, keimfähige Samen wurden durch Mensch, Tier, Wind oder Wasser bis zu 30 Kilometer weit verbreitet. In Kanada haben Verunreinigungen mit GT73 dazu geführt, dass die gentechnikfreie Rapsproduktion vollständig zum Erliegen gekommen ist. Zimmermann: In Europa ist aus gutem Grund kein Anbau von Gen-Raps erlaubt. Zum Schutz von Mensch und Umwelt muss auch der Import vermehrungsfähigen Materials unbedingt verboten werden.

Nach wie vor fehlen langfristige unabhängige Untersuchungen über mögliche Gesundheitsauswirkungen von Gen-Pflanzen auf Mensch und Tier. Hersteller Monsanto hatte in Fütterungsversuchen mit Gen-Raps vergrößerte Leberzellen bei Ratten festgestellt. Dennoch wurde GT73 Ende August 2005 durch die Europäische Kommission zur Verwendung in Futtermitteln zugelassen.

Keine andere Kulturpflanze verbreitet sich so leicht wie Raps. Raps-Pollen können kilometerweit fliegen, das Saatgut im Boden bleibt über 10 Jahre keimfähig. Der Pollen kann auch durch Insekten über weite Entfernungen transportiert werden. Besonders Bienen lieben Rapspollen als Futter. Dies führt zu weiteren unerwünschten Folgen: Über Honigbienen kann Gen-Raps auch in unsere Lebensmittel gelangen. Gen-Raps kann sich zudem nicht nur in benachbarte Rapsfelder, sondern auch in artverwandte Wildpflanzen wie Senfarten, Hederich oder Rübsen auskreuzen. Der Anbau von Gen-Pflanzen stützt zudem eine chemieintensive Landwirtschaft, die Böden, Gewässer und die Artenvielfalt schädigt.

Schon im vergangenen Jahr hatte Greenpeace Schweiz illegalen Gen-Raps gefunden, der vermutlich von Güterzügen gefallen war. In Deutschland hatten der ökologische Anbauverband Bioland und Greenpeace im Herbst 2007 gegen den Anbau von Gen-Raps geklagt. Auf 1500 Hektar hatten Landwirte Raps ausgesät, der mit illegalem Gen-Raps verunreinigt war.

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