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Maisschilder mit Fragezeichen versehen auf einem Mais-Feld, September 2002
Martin Langer/Greenpeace

Gen-Mais: Lackmustest für Minister Friedrich

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Bis Anfang Februar müssen Bundeslandwirtschaftsminister Friedrichs und seine europäischen Kollegen darüber abstimmen, ob sie eine neue Gen-Pflanze zulassen. Es wäre die erste Zulassung seit drei Jahren. Für alle Verbraucher, aber auch für den just ernannten Minister eine wichtige Entscheidung: Ebnet Friedrich mit einer Enthaltung oder gar einem "Ja" der Gentechnik den Weg auf Europas Äcker? Oder stellt er sich mit einem klaren "Nein" hinter die Interessen der Verbraucher?

Verstecken gilt nicht. Auch wenn die EU-Kommission offenbar dabei helfen will. Eigentlich sollten Europas Landwirtschaftsminister Ende Januar auf ihrer Ratssitzung über die Zulassung des Gen-Maises 1507 abstimmen. Jeder hätte dann gewusst, welches Land dafür und welches dagegen votiert – und wer sich enthält. Doch die Sitzung wurde abgesagt. Jetzt wird schriftlich und damit entsprechend diskret abgestimmt. Hans-Peter Friedrich darf sich nicht hinter diesem Verfahren verstecken. Deutschlands neuer Landwirtschaftsminister muss offen und deutlich mit "Nein" stimmen. Nur so kann er zeigen, dass er die Risiken, die von in Europa ungewollten Gen-Pfanzen ausgehen, erkannt hat und auch entsprechend handelt. Erhielte der Gen-Mais jetzt eine Anbauzulassung, würde dies weiteren Gen-Pflanzen die Tür nach Europa öffnen.

Erst kurz vor Weihnachten wurde die vor drei Jahren zugelassene Gen-Kartoffel Amflora des deutschen Chemiekonzerns BASF wieder vom Markt genommen. Die EU-Kommission hatte bei der Zulassung schwerwiegende Fehler begangen. Damit gibt es aktuell mit dem Gen-Mais Mon810 des amerikanischen Gentechnik-Konzerns Monsanto nur eine einzige in der EU zugelassene Gen-Pflanze, die sowohl zu Futtermitteln als auch in Lebensmitteln verarbeitet werden darf. Mit einer Zulassung der Maissorte 1507 des US-Saatgutunternehmens Pioneer wären es wieder zwei. Lassen die EU-Agrarminister die Sorte bis Anfang Februar zu, kann die Gen-Pflanze theoretisch noch in diesem Jahr auf den Acker kommen.

Greenpeace warnt schon lange vor den Gefahren von Gen-Pfanzen. Die jetzt zur Zulassung anstehende Maissorte 1507 etwa wurde genetisch so verändert, dass sie mit sogenannten Bt-Toxinen ihr eigenes Insektengift produziert. Entsprechend fatale Folgen hat die Pflanze beispielsweise für Schmetterlinge und Nachtfalter.

Zum Weiterlesen:

Demnächst neuer Gen-Mais auf EU-Äckern?

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