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Reeses Schokoriegel des amerikanischen Süßwarenherstellers Hershey - hergestellt mit Zucker aus genveränderten Zuckerrüben, Soja und Mais.
Sabine Moeller/Greenpeace

Gen-Food in Deutschland

Der gleichbleibend großen Ablehnung der Verbraucher ist es zu verdanken, dass Gen-Food in Deutschland keine Chance hat. Die Waren in den Supermarktregalen sind nahezu gentechnikfrei. Nichtsdestotrotz tauchen hin und wieder Importprodukte auf, die gentechnisch veränderte Zutaten enthalten. So sind zum Beispiel in Asia-Läden Lebensmittel zu finden, die mit Gen-Soja hergestellt wurden. Aber auch Großhändler bieten Öle aus genmanipulierter Soja an, die dann in Restaurants und Kantinen ins Essen wandern. Außerdem werden seit geraumer Zeit vermehrt Gen-Süßigkeiten und -Softdrinks aus den USA in Videotheken, an Tankstellen und Kiosken verkauft.

Augen auf

Wenn ein Lebensmittel Bestandteile aus Gen-Pflanzen wie Mais, Soja, Raps oder auch genveränderten Zucker enthält, muss dies auf der Verpackung in der Zutatenliste oder auf der Speisekarte im Restaurant kenntlich gemacht werden. Das ist gesetzlich vorgeschrieben.

Nicht kennzeichnungspflichtig hingegen sind  tierische Produkte wie Milch, Fleisch oder Eier, die von Tieren stammen, die mit genmanipulierten Pflanzen gefüttert wurden. Hier gibt es eine Gesetzeslücke. 

Es kommen aber auch Verstöße gegen die Kennzeichnungspflicht vor. So weisen Restaurants oder Kantinen nur selten darauf hin, wenn sie Gen-Öle in der Küche benutzen. Die in zahlreichen Städten aktiven, ehrenamtlichen Greenpeace-Gruppen haben solche Fälle immer wieder aufgedeckt und erreicht, dass die Lebensmittelüberwachungsbehörden inzwischen Restaurants und Kantinen besser kontrollieren. 

Vorsicht ist zudem geboten bei sogenannten Direktimporten aus den USA. Dort ist die Verwendung von Gen-Pflanzen in der Lebensmittelherstellung gang und gäbe. Eine Kennzeichnung ist in den USA nicht vorgeschrieben. Werden solche Lebensmittel nach Europa eingeführt, obliegt es dem Importeur, für eine nachträgliche Kennzeichnung zu sorgen. Aber geschieht dies auch?

Greenpeace hat diesen Markt lange beobachtet, Lebensmittel getestet und bei Importeuren nachgefragt. Wir mussten leider feststellen, dass die Einfuhrfirmen ihrer Kennzeichnungspflicht nicht immer nachkommen. Zudem hat unsere Nachfrage bei den Lebensmittelüberwachungsbehörden  ergeben, dass diesbezüglich kaum oder nur sehr ungenügende Kontrollen stattfinden. 

Tipps für Verbraucher

Sie haben verschiedene Möglichkeiten, gegen Gen-Food aktiv zu werden:

Sprechen Sie mit dem Verkäufer/der Verkäuferin oder der Geschäftsführung, wenn Sie gekennzeichnete Produkte im Laden finden. Teilen Sie mit, dass Sie kein Gen-Food essen wollen und fragen Sie nach gentechnikfreien Produkten.Melden Sie uns, wenn Sie Produkte mit einer Gen-Kennzeichnung in Supermärkten finden. Die großen Supermarktketten haben Greenpeace gegenüber erklärt, solche Produkte nicht anzubieten. Wir nehmen die Supermärkte beim Wort und fordern sie auf, diese Produkte wieder aus dem Sortiment zu nehmen.

Seien Sie aufmerksam bei Direktimporten aus den USA. Sie erkennen diese Produkte an Aufklebern, auf denen eine deutsche Zutatenliste sowie der Name des Importeurs zu sehen ist. Fragen Sie im Laden nach, ob sichergestellt ist, dass der Importeur seiner Kennzeichnungspflicht nachgekommen ist, beziehungsweise ob die Produkte tatsächlich ohne Gen-Pflanzen hergestellt wurden.

Fragen Sie beim nächsten Besuch im Restaurant oder in der Kantine/Mensa nach, welches Speiseöl in der Küche verwendet wird, und ob dieses Öl eine Gentechnik-Kennzeichnung trägt. Die meisten Gastronomen haben kein Interesse daran, Gen-Öle einzusetzen. Einmal auf die Problematik aufmerksam gemacht, greifen sie gern zur gentechnikfreien Alternative. Denn schließlich ist der Gast ja König.

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