Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Nicht nur, dass die Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten im Juni gegen diesen Mais gestimmt haben, auch weisen Wissenschaftler auf die erheblichen Gesundheitsrisiken hin. Ein Monsanto eigener vertraulicher Bericht fand signifikante Effekte auf das Blut und die Organe von Ratten, die mit dem Gen-Mais MON863 gefüttert wurden.

Dieser Bericht wurde erst öffentlich zugänglich, nachdem Greepeace im Juni gegen Monsanto ein Gerichtsverfahren in Deutschland gewonnen hatte, so Then weiter. Das zeigt klar, dass das Risikobewertungsverfahren für MON863 unzureichend ist. Ein Produkt mit solchen Ungewissheiten in Hinblick auf seine Gesundheits- und Umweltgefährdung muss vom EU-Markt ausgeschlossen werden.

Für den Greenpeace-Experten erfordert die Entscheidung der Kommission dringend eine Neu-Organisation des Zulassungsverfahrens für Gen-Pflanzen in der EU. Das derzeitige Verfahren habe deutliche Demokratie-Defizite. Es gab eine eindeutige Position der EU-Mitgliedsstaaten, MON863 nicht für den Import zuzulassen. Im Juni hatten lediglich sieben Staaten für die Zulassung gestimmt. 14 Staaten sprachen sich dagegen aus.

Die heutige Entscheidung der Kommission ist aber nicht der letzte Schritt: Der EU-Rat der Argrarminister wird sich im September mit dem Gen-Mais beschäftigen. Then: Solange die Minister nicht über die Zulassung von MON863 als Lebensmittel abgestimmt haben, darf er auch nicht als Tierfutter importiert werden. Laut EU-Regularien müssen für beide Fälle Erlaubnisse vorliegen, bevor der Import zulässig wird.

Mit 232 Stimmen der insgesamt 321 Stimmen aller 25 Mitgliedstaaten ließe sich der Gen-Mais noch stoppen. Kommen die Stimmen nicht zusammen, entscheidet erneut die Kommission - völlig unabhängig davon, wie viele Länder tatsächlich dagegen sind.

Stellungnahme

Stellungnahme

5 | DIN A4

1.15 MB

Herunterladen

Mehr zum Thema

Lasse van Aken

Umsetzung der EU-Agrarreform – ein Kommentar

  • 16.12.2021

Der Bundesrat besiegelt die nationale Umsetzung einer EU-Agrarreform, die diesen Namen nicht verdient. Milliarden Steuergelder werden ziellos verschwendet. Was die neue Bundesregierung nun tun muss.

mehr erfahren
Cem Özdemir

Landwirtschaftsminister Cem Özdemir - eine Analyse

  • 08.12.2021

Das Landwirtschaftsministerium steht nach fast zwei Jahrzehnten zum zweiten Mal unter grüner Leitung. Was nun zu tun ist - ein Interview mit Martin Hofstetter, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace.

mehr erfahren

Bundesbehörde auf Abwegen

  • 04.10.2021

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit schützt die Gentechnik-Industrie statt die Verbraucher:innen.

mehr erfahren

Aussitzen statt Umsetzen

  • 05.08.2021

Seit 2005 führen Unionspolitiker:innen das Bundeslandwirtschaftsminsterium. Landwirt:innen, Klima und Umwelt sind die Verlierer:innen dieser Ära des Stillstands.

mehr erfahren

„Auf Biegen und Brechen“

  • 24.06.2021

Die EU-Förderpolitik müsste bäuerliche Betriebe auf die Herausforderungen durch Klima- und Artenkrise vorbereiten. In Brüssel und Berlin lässt man sie aber im Stich.

mehr erfahren
Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter

Klimaschutz als Chance

  • 11.05.2021

Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter über die Folgen des Klima-Urteils: Statt weiterer Verzögerungspolitik brauchen Landwirt:innen jetzt klare Vorgaben.

mehr erfahren