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Für den diesjährigen Anbau der umstrittenen Saaten haben Landwirte bis Mittwoch, 14.30 Uhr, 1357 Hektar an 108 Standorten beantragt. Die meisten Anbauflächen liegen wie im vergangenen Jahr in Brandenburg (821 Hektar).

In seiner gegenwärtigen Form schafft das Standortregister Transparenz und Handlungsspielraum, sagt Alexander Hissting, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace. Konventionell oder ökologisch wirtschaftende Landwirte können sich vor Gen-Saaten schützen. Lebensmittelhersteller können entscheiden, aus welchen Regionen sie ihre gentechnikfreien Rohstoffe beziehen wollen.

Doch damit könnte schon bald Schluss sein. Nach dem Willen von Verbraucherminister Horst Seehofer soll das Gentechnikgesetz noch in diesem Jahr novelliert werden. Das Standortregister soll danach nur noch eingeschränkt zugänglich sein.

Verbraucherschutzminister Horst Seehofer hat erstmals den unbeschränkten kommerziellen Anbau von Gen-Mais freigegeben. Jetzt plant er, die Anbauflächen zu verstecken, kritisiert Hissting.

Verbraucher erhält keinen Hinweis auf Gen-Tierfutter

Mais wird in Deutschland überwiegend zu Silage verarbeitet und an Kühe verfüttert. Auch wenn es sich um Gen-Mais gehandelt hat, trägt die so erzeugte Milch keinen Hinweis, dass bei ihrer Herstellung Gentechnik im Spiel war.

Mit dem Kauf solcher Milchprodukte unterstützen Verbraucher unwissentlich und ungewollt den Anbau von Gen Pflanzen. Greenpeace fordert deshalb Lebensmittelhersteller und Molkereien wie Müller-Milch und Campina/Landliebe auf, mit den zuliefernden Landwirten eine Tierfütterung ohne Gen-Pflanzen zu vereinbaren.

Bio-Lebensmittel werden immer beliebter

Der Markt hat die Macht, Nein zu sagen, erklärt Hissting. Bio-Lebensmittel werden in Deutschland immer beliebter, Gen-Food lehnen die meisten Verbraucher hingegen ab. Der Lebensmittelmarkt der Zukunft ist gentechnikfrei.

Der in Deutschland angebaute Gen-Mais produziert ein Gift, das auf Schädlinge wie den Maiszünsler tödlich wirkt. Das Bt-Gift kann jedoch auch geschützte Insekten schädigen und sich im Boden anreichern. Die Schweiz, Österreich, Ungarn, Griechenland und Polen haben den Anbau des Gen-Maises bereits verboten.

Weltweit kämpft Greenpeace gegen den Anbau genmanipulierter Pflanzen, da sie Ökosysteme und die gentechnikfreie Landwirtschaft zerstören können. Auch gesundheitliche Risiken sind noch weitgehend unerforscht.

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