Skip to main content
Jetzt spenden

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Für die Umfrage interviewte die international bekannte Marktforschungsfirma Ipsos 600 Chinesen in den Großstädten Peking, Shanghai und Guangzhou. Ein Ergebnis ist, dass 62 Prozent angaben, von Gen-Food schon mal gehört zu haben. Im letzten Jahr bei einer ähnlichen Studie waren es lediglich 52 Prozent der Befragten.

Noch ein wichtiges Ergebnis: Eine Mehrheit - 57 Prozent - würde gentechnikfreie Lebensmittel dem Gen-Food vorziehen. Im Jahr zuvor waren es nur 40 Prozent der Befragten. Stark gesunken ist hingegen der Teil, der sich für die gentechnisch veränderten Lebensmittel entscheiden würde: Waren es vor einem Jahr noch 35 Prozent, so gaben diesmal lediglich 16 Prozent aller Befragten diese Antwort.

Es wird deutlich, dass die chinesischen Verbraucher immer vorsichtiger werden, je mehr sie über Gen-Food wissen, sagt Tian Jie Ma, Gentechnikexperte bei Greenpeace China. Die Verbraucher fragen sich, warum sie ein Risiko eingehen sollten.

Besonders heikel: Gen-Reis

Die chinesischen Verbraucher zeigen eine zunehmend höhere Zurückhaltung, wenn es um Gen-Reis geht. Laut Umfrage würden sich fast drei Viertel der Befragten für herkömmlichen Reis entscheiden. Ein deutlicher Hinweis an die Regierung in Peking. China steht kurz davor, den kommerziellen Anbau von Gen-Reis zuzulassen. Eine Entscheidung wird bis zur Jahresmitte erwartet.

China ist der größte Reisproduzent der Welt. Falls es sich für den kommerziellen Anbau von Gen-Reis entscheidet, wäre es außerdem das erste Land auf der Welt, das dieses Grundnahrungsmittel als gentechnisch veränderte Variante anbaut.

Eine deutliche Mehrheit der chinesischen Verbraucher will keine Gentechnik in ihren Reisschalen, erklärt Ma. Der Gen-Reis birgt Risiken für die Umwelt und die Gesundheit. Außerdem könnte er vom Markt zurückgewiesen werden. Ein weiterer Grund, die Finger davon zu lassen.

Lebensmittelproduzenten mit doppelten Standards

Greenpeace prangert in China die Unternehmen Kraft und Campell an. Sie vertreiben in dem asiatischen Land Produkte, die gentechnisch veränderte Bestandteile enthalten. Genau solche Zutaten, von denen sich die beiden Konzerne beispielsweise in Europa längst verabschiedet haben.

Wir verlangen von diesen Firmen, kein Gen-Food in China zu verkaufen, sagt Ma. Die Verbraucher hier sollten die gleichen Rechte und Sicherheitsstandards genießen dürfen, wie überall auf der Welt. (mir)

Mehr zum Thema

Lasse van Aken

Umsetzung der EU-Agrarreform – ein Kommentar

  • 16.12.2021

Der Bundesrat besiegelt die nationale Umsetzung einer EU-Agrarreform, die diesen Namen nicht verdient. Milliarden Steuergelder werden ziellos verschwendet. Was die neue Bundesregierung nun tun muss.

mehr erfahren
Cem Özdemir

Landwirtschaftsminister Cem Özdemir - eine Analyse

  • 08.12.2021

Das Landwirtschaftsministerium steht nach fast zwei Jahrzehnten zum zweiten Mal unter grüner Leitung. Was nun zu tun ist - ein Interview mit Martin Hofstetter, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace.

mehr erfahren

Bundesbehörde auf Abwegen

  • 04.10.2021

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit schützt die Gentechnik-Industrie statt die Verbraucher:innen.

mehr erfahren

Aussitzen statt Umsetzen

  • 05.08.2021

Seit 2005 führen Unionspolitiker:innen das Bundeslandwirtschaftsminsterium. Landwirt:innen, Klima und Umwelt sind die Verlierer:innen dieser Ära des Stillstands.

mehr erfahren

„Auf Biegen und Brechen“

  • 24.06.2021

Die EU-Förderpolitik müsste bäuerliche Betriebe auf die Herausforderungen durch Klima- und Artenkrise vorbereiten. In Brüssel und Berlin lässt man sie aber im Stich.

mehr erfahren
Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter

Klimaschutz als Chance

  • 11.05.2021

Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter über die Folgen des Klima-Urteils: Statt weiterer Verzögerungspolitik brauchen Landwirt:innen jetzt klare Vorgaben.

mehr erfahren