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Greenpeace Indien wirft der Bayer-Tochter Pro Agro vor, Feldversuche mit gentechnisch verändertem Kohl und Blumenkohl durchzuführen. Bei dem veränderten Gen handelt es sich um das so genannte CRY9C. Es produziert ein Insektizid und ist dafür bekannt, beim Menschen potenziell Allergien auszulösen.

Greenpeace beruft sich in seiner Anklage auf einen Artikel in der Zeitschrift Current Science, in der das Projekt vorgestellt wurde. In seiner Antwort auf die Vorwürfe widersprach sich der Bayer-Konzern und verstrickte sich in Unwahrheiten.

Die offizielle Antwort von Bayer, elf Stunden nach Beginn der Greenpeace-Aktion: Es seien niemals Versuche mit CRY9C durchgeführt worden. Aber es geht noch weiter: Diese Versuche seien in einer abgeschlossenen Umgebung durchgeführt und die Pflanzen noch vor der Blüte geerntet worden.

Experimente mit indischen Verbrauchern?

Divya Raghunandan von Greenpeace Indien zeigt sich besorgt über die Bayer-Versuche und die möglichen Folgen für die indischen Verbraucher und Bauern: Das Unternehmen muss alle Versuche sofort beenden und die Öffentlichkeit über früher durchgeführte Experimente informieren.

Für seine widersprüchliche und dürftige Stellungnahme brauchte der Multi elf Stunden. Dazu Divya Raghunandan: Die Apathie und Gleichgültigkeit dieses Konzerns ist unglaublich. Ihre Antwort bestätigt nur unsere Sorgen. Wir haben es hier mit einem verantwortungslosen Unternehmen zu tun, mit vielen Leichen im Keller.

Bayer ist ein Wiederholungstäter. Der Multi ist für seine doppelten Standards bekannt. So hat er in Indien Pestizide hergestellt und verkauft, die im eigenen Land verboten waren. Jetzt führt er Feldversuche mit einem Gen durch, das im Rest der Welt als gefährlich bekannt und in den USA für den menschlichen Verzehr verboten ist.

Die Greenpeacer haben ihre Aktion zwar beendet, aber nicht ohne ein Banner mit der Aufschrift Bayer ist ein Lügner zu entfalten.

Der StarLink-Skandal in den USA

In den USA hat das veränderte Gen CRY9C durch den StarLink-Skandal für Aufruhr gesorgt. Veränderter Mais, der StarLink-Mais, wurde dort als Tierfutter und für industrielle Zwecke zugelassen. Trotzdem tauchte in Lebensmitteln aus Mais, wie Taco-Chips, auf. Seit mehreren Jahren darf er in den USA nicht mehr angebaut werden. 2001 musste der Agro-Konzern Aventis zugeben, dass StarLink nie wieder ganz aus der Nahrung verschwinden werde. Bis heute taucht er immer wieder in Maislieferungen aus den USA auf. (sit)

Wenn Sie mehr wissen wollen, lesen Sie unsere Chronik des StarLink-Skandals.

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