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Für sechs Monate dürfen nun im Gran Chaco keine Wälder mehr gerodet werden, um Platz für weitere Anbauflächen zu schaffen. In dieser Zeit sollen auch die Genehmigungen der letzten neun Jahre überprüft werden. Nach Greenpeace-Informationen wurden in dieser Zeit 450.000 Hektar Urwald gerodet, 200.000 Hektar mehr als genehmigt waren. Der Gran Chaco ist nach Amazonien das zweitgrößte Waldgebiet Südamerikas.

Das ist eine historische Entscheidung, freut sich Emiliano Ezcurra von Greenpeace Argentinien. Von den Urwäldern des Chaco gibt es heute im Vergleich zu 1914 nur noch weniger als ein Drittel. Das Moratorium ist ein erster wichtiger Schritt, diesen Rest zu bewahren. Die Behörden müssen die gewonnene Zeit nutzen, um eine nachhaltige Landwirtschaft einzuführen und dem Chaco-Urwald eine langfristige Chance zu geben.

5000 Demonstranten aus allen Teilen Santiago del Esteros überbrachten dem Gouverneur am Freitag einen Entwurf für diese neue Landwirtschaftspolitik. Die Demonstranten forderten vor allem eine Landrechtsreform zugunsten von Kleinbauern, deren Eigentumsrechte an dem Land, das sie bewirtschaften, häufig ungeklärt sind und die deshalb von Ort zu Ort ziehen.

Die Ausbreitung von Gensoja-Monokulturen auf aktuell 14 Millionen Hektar - etwa so viel wie die Fläche der neuen Bundesländer und Nordrhein-Westfalen zusammengenommen - hat in den letzten Jahren in Argentinien zu massiven Problemen geführt. Pestizidresistente Unkräuter breiten sich aus und können nur noch mit hohen Dosen hochgiftiger Chemikaliencocktails bekämpft werden.

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