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Fotomontage - Essen ohne Pestizide

Pestizidrückstände in Erdbeeren

Sehr geehrte Frau Ministerin,

mit Verwunderung haben wir heute Ihre Presseerklärung zu Pestizidrückständen in Erdbeeren zur Kenntnis genommen. Hierin nehmen Sie Bezug auf die von uns am 23.März 2005 veröffentlichten Analyseergebnisse von Pestizidbelastungen von Früherdbeeren. Es ist uns völlig unverständlich, wie Sie einen massiven Anstieg der Pestizidbelastungen gegenüber den Vorjahren, als Erfolg Ihres Ministeriums für den Verbraucherschutz werten können.

Ihr Schluss bezieht sich ausschließlich auf den Rückgang der Grenzwertüberschreitungen. Diese sind aber keinesfalls die Folge der Reduktion der Pestizidbelastung der Erdbeeren, sondern nur auf die Abschaffung von Vorsorgegrenzwerten sowie die Anhebung von bestehenden Grenzwerten durch Ihr Ministerium zurückzuführen. Davon ausgehend, dass Sie über diesen Umstand informiert sind, kann Greenpeace Ihre Stellungnahme nur als gezielte Verbrauchertäuschung interpretieren.

Eine Reduktion der Grenzwertüberschreitung auf 1 Prozent, durch die stete Anhebung der Pestizidgrenzwerte, mag aus der Sicht der Exportländer und des Lebensmittelhandels als Erfolg gewertet werden, für den Verbraucher bedeuten sie eine steigende Belastung mit Agrargiften. Diese stellt vor allem für Kinder und gesundheitlich belastete Bevölkerungsgruppen eine Gefahr dar. Sie handeln hier zudem eindeutig gegen den Wunsch der Mehrheit der Verbraucher.

In Ihrer Stellungnahme vom 24.März 2005, verweisen Sie auf Fortschritte auf der EU-Ebene. Wie in Ihrem Ministerium bekannt ist, schreitet die Harmonisierung der Pestizidgrenzwerte aber nur schleppend voran. Diese Harmonisierung nicht abwartend, übernimmt Ihr Ministerium Grenzwerte anderer EU-Länder auf Kosten der Gesundheit deutscher Verbraucher sowie der Landarbeiter und der Umwelt in den Exportländern . Wir fordern Sie deshalb erneut auf, sofort ein Moratorium auf nationale Grenzwerterhöhung bis zum Vorliegen EU-einheitlicher Höchstmengen zu verhängen.

Bei dieser Gelegenheit bitten wir Sie nochmals, um die von Ihrem Staatssekretär bei unserem Gespräch im Januar zugesagte Aufklärung und Begründung, der in unserer Studie Pestizide am Limit schon im letzten Jahr belegten Höchstmengenanhebungen für Pestizidrückstände in Lebensmitteln.

Mit freundlichen Grüßen

Brigitte Behrens (Geschäftsführung)

Manfred Krautter (Bereich Chemie/Einkaufsnetz)

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