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Todesfalle für den Roten Tunfisch

Vor der Südostküste Spaniens haben am Mittwoch Greenpeace-Aktivisten gegen Tunfischfarmen protestiert. Auf dem Wasser schwimmende Kreuze symbolisierten dabei die bedrohliche Lage des Roten Tunfischs im Mittelmeer. Die Botschaft der Aktivisten: Damit sich die Fischbestände erholen können, muss ein sofortiges Fangverbot für Tunfisch in Kraft treten. Zusätzlich müssen Meeresschutzgebiete ausgewiesen werden, in denen keine Tunfischfarmen betrieben werden dürfen.

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Die Betreiber der Tunfischfarmen sind die Oberschurken der Industrie, die für die Ausrottung des Roten Tunfischs im Mittelmeer verantwortlich ist, sagt Greenpeace-Aktivist Sebastián Losada an Bord der Rainbow Warrior in Cartagena. Es gibt nur wenige Farmbetreiber, deren Gier so groß ist, dass sie sogar noch zusätzlich EU-Subventionen abgreifen. Solche Unternehmen beschäftigen ganze Flotten von Piratenfischern zum Fang des Tunfisches.

Für die Farmen werden lebende Jungtunfische gefangen. Sie werden dann in riesigen Netzen auf Tunfischfarmen gemästet. Losada: Damit wirtschaften die Großen der Fischindustrie fleißig in ihre eigenen Taschen. Sie nehmen dabei in Kauf, dass hunderte Fischer keine Möglichkeit mehr haben, legal vom Tunfischfang zu leben. Denn die finden in den leer gefischten Meeren kaum noch Tunfisch.

Auf dem Meer gerät alles außer Kontrolle

Wände des Todes werden die Treibnetze zum Fang der Tunfische auch genannt. Sie zählen zu den zerstörerischsten Fischereipraktiken und werden - trotz Verbot - noch immer angewendet. Zudem setzt die zügellose Bautätigkeit und Ansiedlung von Menschen an der Mittelmeerküste dem empfindlichen Ökosystem im Wasser zu.

Das Mittelmeer braucht eine grundlegende Veränderung. Die großen Industriefangflotten sind außer Kontrolle, die illegalen Treibnetzfischer sind außer Kontrolle, die Tunfischfarmen sind außer Kontrolle, sogar die Quallen sind außer Kontrolle. Teilweise, weil ihre natürlichen Hauptfeinde wie der Tunfisch und die Meeresschildkröten aussterben, erklärt Karli Thomas, Meeresexpertin von Greenpeace.

Ein Netzwerk von Meeresschutzgebieten würde den Schutz der im Mittelmeer lebenden Arten und ihres Lebensraums garantieren und die Lage der Fischer verbessern, so Thomas.

SOS Weltmeer

Cartegena ist die letzte Station der Rainbow Warrior auf ihrer Tour durch das Mittelmeer. Wie schon in Marseille wurde dem Greenpeace-Schiff die Einfahrt in den Hafen der spanischen Hafenstadt verweigert.

Drei Monate Expedition lassen keinen Zweifel über den Zustand des Mittelmeeres aufkommen: Ein Großteil der wichtigsten Fischbestände in der Hochsee ist bedroht - nicht nur durch weit gestreute illegale Aktivitäten, sondern auch, weil bestehende Richtlinien nicht ausreichend umgesetzt werden.

Derzeit sind drei Greenpeace-Schiffe auf den Weltmeeren unterwegs. Die Expedition SOS-Weltmeer soll von den Krisen - aber auch von der Schönheit der Ozeane erzählen. Zu der Flotte gehört neben der Rainbow Warrior auch die Esperanza, derzeit vor den Philippinen unterwegs, und die Arctic Sunrise, die die illegale Fischerei in Nord- und Ostsee dokumentiert. Am Ende der 15 Monate langen Expedition werden Vorschläge erarbeitet, welche Regionen als Meeresschutzgebiete ausgewiesen werden müssen.

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