Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Protest in Schweden gegen Piratenfischerei erfolgreich

Der Greenpeace-Protest am Donnerstag gegen den schwedischen Lebensmittelherrsteller Findus in Malmö hat Wirkung gezeigt. Die Firma Findus gab bekannt, dass sie nicht länger illegal gefischten Kabeljau bei der dänischen Firma Kangamiut kaufen werde. Zuvor waren drei Aktivisten an der Fassade der Firmenzentrale emporgeklettert und hatten ein Transparent entrollt: Findus - gestohlener Fisch, leere Meere.

  • /

Hintergrund: Die schwedische Fernsehsendung Kalla Fakta (Harte Fakten) hatte am Vortag berichtet, dass Findus Kabeljau aus illegalem Fischfang bezieht und sich damit an der Ausrottung dieser bedrohten Fischart beteiligt. Die Journalisten von Kalla Fakta konnten beweisen, dass Findus noch Kontakte zu weiteren Fischereien unterhält, die die legale Fangquote weit überschreiten. Deshalb fordert Greenpeace Findus nun dazu auf, sämtliche Geschäftsbeziehungen zur illegalen Fischerei aufzugeben.

Durch die jahrelange illegale Überfischung droht der Kabeljau auszusterben. Nahezu jeder in Schweden verzehrte Kabeljau wird in der Barentssee gefangen. Der dort illegal gefangene Kabeljau landet auch in europäischen Häfen. Deshalb bedarf es EU-weit wirksamerer Kontrollen und Strafen. Die EU-Staaten müssen Piratenfischerei unterbinden und die gesetzlichen Schlupflöcher stopfen, die diese ermöglichen. Bis heute ist es nicht gelungen, zu verhindern, dass illegal gefangener Fisch in EU-Häfen gelangt, so die Greenpeace-Sprecherin Saskia Richardz.

(Autor: Benjamin Borgerding)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Stellungnahme zum Raumordnungsplan für Nord- und Ostsee

Das Bundesinnenministerium hat unter Federführung des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie den finalen Entwurf des Raumordnungsplans für die deutsche Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) jenseits des Küstenmeers der Nord- und Ostsee vorgelegt. Ziel soll die nachhaltige Nutzung sein, nicht zuletzt um den guten Umweltzustand der Meere zeitnah zu erreichen. Der Plan soll bis mindestens 2031 gelten. Die deutschen Umweltverbände kritisieren den Entwurf, hier die ausführliche Stellungnahme.

High Stakes

The environmental and social impacts of destructive fishing on the high seas of the Indian Ocean

Mehr zum Thema

Arktis bald ohne Eis ?

Für das Meereis in der Nordpolarregion ist keine Erholung in Sicht.

Der diesjährige Tiefstand: 4,81 Millionen Quadratkilometer.

Wachs im Wattenmeer?

Bei den Klumpen, die derzeit die Küste verschmutzen, handelt es sich vermutlich um Paraffine aus Tankwaschungen und Containerverlusten. Eine legale Praxis, die beendet werden muss.

Über die Verhältnisse

Deutschland hat seine Ressourcen für dieses Jahr verbraucht. Für alles, was ab jetzt konsumiert wird, zahlen kommende Generationen und andere Länder die Zeche.