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Piratenfischer zerstören unsere Meere

Piraten sind charmant, haben Kajal umrandete Augen, sehen aus wie Johnny Depp - und heißen Captain Sparrow. So sieht es ein Drehbuch vor. Doch die Weltmeere erzählen eine andere, weitaus weniger schöne Piratengeschichte. Diese ist tragischerweise real und endet nicht vor den Toren Hollywoods.

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Piratenfischer plündern illegal und im großen Stil unsere Meere. Sie halten sich nicht an Verbote von Fangmethoden und scheren sich einen Dreck um vom Aussterben bedrohte Arten. Das hat nicht nur fatale Folgen für unseren Speiseplan, von dem wir vermutlich Kabeljau, Thunfisch oder Shrimps schon in einigen Jahren werden streichen müssen.

Allein die industrielle Fischerei reicht aus, um das Leben in den Ozeanen recht einsam zu machen. Internationale Fischereiabkommen sollen das Schlimmste verhindern und künftigen Generationen die Fischstäbchen sichern. Doch den Piratenfischern ist das egal.

Mit Grundschleppnetzen kratzen sie sämtliches Leben vom Meeresboden. Auf der Jagd nach geschützten Tiefseefischen müssen am Boden lebende Krebse und andere Meerestiere ihr Leben lassen - als sogenannter Beifang. Diese Lebewesen werden zurück ins Meer geschmissen - tot oder tödlich verletzt - als Müll entsorgt.

Der Profit machen die Industrienationen

Ob Sushi oder Captain Iglo: Die Vielfalt des Fischangebots in den reichen Ländern ist groß. Der illegal gefangene Fisch bestückt die Fischtheken Japans, Europas und der USA. Doch die Netze kleiner Fischer bleiben immer häufiger leer. Die rücksichtslosen Piratenflotten dringen in die Küstengebiete von Entwicklungsländern, plündern ihre Meere und rauben den Menschen ihre Nahrungs- und Einkommensquellen.

Piratenfischer zerstören das, was über Generationen funktioniert hat: Fischen, ohne zu zerstören und die Meere leerzufischen. Die Küsten Westafrikas beispielsweise sind bei Piratenfischern besonders beliebt, müssen sie dort kaum befürchten, kontrolliert zu werden. Die armen Länder haben kein Geld für Überwachungs-Patrouillen. So sind die Opfer der Piratenzüge wieder die Ärmsten.

Piratenfischer werden ist leicht. Per Mausklick mit knapp 500 US-Dollar Kapital können Schiffe in sogenannten Billigflaggenländern angemeldet werden. Die Länder sind keinem internationalen Abkommen beigetreten oder setzen diese nicht durch. Malta, Panama, Belize, Honduras, Georgien oder St. Vincent ist es egal, wie viel und was gefangen wird. Rund 1.200 Billigflaggschiffe durchkreuzten schätzungsweise 2005 die Weltmeere.

Aber manchmal werden die Piratenfischer selbst zu Opfern. Auf kaputten Rostkähnen treiben sie manövrierunfähig auf dem offenen Ozean. Ohne Hoffnung, gefangen in einer aussichtslosen Situation. Die Besitzer oder Eigner der Schiffe sitzen in China, Japan, den USA oder in der Europäischen Union. Ein weltweites Netz aus Briefkastenfirmen hilft ihnen, ihre wahre Identität zu verschleiern.

Aber die Besitzer und Eigner sind verantwortlich, dass jährlich etwa eine Fläche von 1.500 Quadratkilometern Tiefsee zerstört werden. Das sind alle vier Sekunden etwa zehn Fußballfelder. Die UN-Welternährungsorganisation (FAO) schätzt, dass die illegalen Fischer interantional über 30 Prozent der gesamten Menge gefangenen Fischs einsacken. Ein riesiges Geschäft.

Auch Sie können was tun! Denken Sie bei ihrem Einkauf um. Entscheiden Sie bewusst, welchen Fisch Sie essen wollen. Der Ratgeber "Fisch & Facts" von Greenpeace zeigt, welche Fische vom Aussterben bedroht sind und welche noch mit Genuss gegessen werden können.

(Autorin: Anja Franzenburg)

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