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Was hat Landliebe mit Gentechnik zu tun?

Greenpeace hat in Futtermittelproben von Landliebe-Milchlieferanten gentechnisch manipulierte Soja nachgewiesen. Die Laboranalysen wurden am Freitag veröffentlicht. In zwei von fünf Proben wurde Gen-Soja über dem Kennzeichnungsgrenzwert von 0,9 Prozent festgestellt. In einem Fall bestand der Sojaanteil des Futters sogar zu 100 Prozent aus Gen-Soja. Das kratzt natürlich am Image der Marke Landliebe, die als besonders naturnahe und traditonelle Art der Milchproduktion daherkommt.

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Um auf diese krasse Diskrepanz zwischen Image und Wirklichkeit bei Landliebe aufmerksam zu machen, haben am Freitag Greenpeacer in 130 Supermärkten in 41 Städten protestiert. Mit Lautsprecherdurchsagen in den Läden informieren die Greenpeace-Aktivisten die Verbraucher, dass Gentechnik mit dem Landliebe-Idyll nicht zusammenpasst. Verbraucher können sich mit Protestpostkarten direkt bei Landliebe für eine Fütterung ohne Gen-Pflanzen stark machen. Greenpeace beteiligt sich damit am bundesweiten Aktionstag gegen Gentechnik, den die Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft für diesen Freitag ausgerufen hatte.

Jetzt kann sich Landliebe nicht mehr hinter blumigen Werbeversprechen verstecken, mahnt Alexander Hissting, Gentechnikexperte von Greenpeace. Das Vertrauen der Verbraucher ist nur durch die Vermeidung von Gen-Futter zurückzugewinnen. Landliebe muss endlich den Verzicht auf Gen-Pflanzen bei der Milcherzeugung garantieren.

Publikationen

Gene in der Milch

Bei Untersuchungen aus dem Jahre 2000 sind in Milch Gen-Fragmente aus gentechnisch verändertem Mais und Soja gefunden worden. Das heißt auch, dass Wissenschaftler des Forschungszentrums für Milch und Lebensmittel in Weihenstephan/Bayern ihre brisanten Befunde 3 Jahre unter Verschluss hielten.

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