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Ein schwarzer Tag nicht nur für Hamburg

Der Hamburger Senat und Vattenfall haben sich geeinigt, der Startschuss für den Bau des Steinkohlekraftwerks Moorburg ist gefallen - unabhängig vom Genehmigungsverfahren. Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace, spricht von einem bitteren Tag für den Klimaschutz.

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Hamburgs Oberbürgermeister Ole von Beust hat sich von Vattenfall mit leeren Versprechungen über den Tisch ziehen lassen, sagt Smid. Vattenfall verspricht saubere Kohle mit einer CO2-Abscheidetechnik, die bisher noch nicht einmal im Versuchsstadium funktioniert. Damit wird der Senatsbeschluss zum Kniefall vor dem Energiekonzern Vattenfall. Dieser faule Kompromiss zeigt: Ole von Beust redet vom Klimaschutz, setzt aber das Gegenteil um. Dies ist ein bitterer Tag für Hamburg und den Klimaschutz.

Heute beträgt der CO2-Ausstoß ganz Hamburgs 11,5 Millionen Tonnen. Mit dem Steinkohlekraftwerk Moorburg kommen jährlich etwa 8,5 Millionen Tonnen CO2 hinzu. Das ist eine Steigerung von 70 Prozent. Die CO2-Abscheidung ist eine unerprobte Technologie. Bis sie sich als tauglich erwiesen hat, vorausgesetzt dieser Fall tritt überhaupt ein, sind die Klimaschutzziele längst verfehlt.

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