Trauerspende: Spenden statt Blumen
Im Andenken an einen Menschen etwas weitergeben
Nach einem Todesfall müssen Angehörige einiges entscheiden – obwohl manchmal kaum Kraft da ist. Eine Trauerspende kann eine Möglichkeit sein, im Andenken an einen Menschen etwas weiterzugeben. Hier finden Sie Orientierung, Formulierungshilfen und Antworten auf typische Fragen rund um Trauer- und Kondolenzspenden.
- Ein Artikel von Erik Klügling
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Nach einem Todesfall geht es nicht nur um organisatorische Fragen. Viele Angehörige überlegen auch, welche Form des Erinnerns zur verstorbenen Person passt. Blumen, Kränze, persönliche Worte oder Karten sind vertraute Zeichen der Anteilnahme. Eine Trauerspende kann hinzukommen, wenn sie zur verstorbenen Person oder zur Familie passt. Etwa, wenn Natur, Umwelt, Frieden oder gesellschaftliches Engagement im Leben der verstorbenen Person wichtig waren. So kann aus dem Erinnern ein Beitrag für ein Anliegen werden, das über den Moment der Trauerfeier hinaus wirkt.
Trauerspende: Eine passende Form des Erinnerns
© Mitja Kobal / Greenpeace
Malerischer Blick auf Berge in den Karpaten.
Eine Trauerspende oder Kondolenzspende ist eine Spende im Zusammenhang mit einem Todesfall. Sie wird im Namen oder im Andenken an eine verstorbene Person getätigt.
Häufig bitten Angehörige in einer Traueranzeige, in der Einladung zur Trauerfeier oder in einer persönlichen Nachricht darum, anstelle von Blumen oder Kränzen eine Organisation oder ein bestimmtes Anliegen zu unterstützen.
Ob eine Trauerspende passend ist, lässt sich nicht allgemein beantworten. Entscheidend ist, ob sie zur verstorbenen Person, zur Familie und zur Situation passt – oder ob die verstorbene Person sich eine solche Spende selbst gewünscht hat.
Spenden statt Blumen wertschätzend formulieren
Viele Angehörige fragen sich, ob eine Bitte um Spenden im Trauerfall zu direkt wirkt. Diese Sorge ist verständlich. Gerade in einer Trauersituation möchte man niemandem zu nahe treten oder den Eindruck erwecken, es gehe um Geld.
Eine gute Formulierung macht deutlich: Die Spende ist eine Möglichkeit der Anteilnahme, keine Pflicht. Sie nennt den Wunsch nach einer Spende statt Blumen oder Kränzen, den Zweck oder die Organisation und den konkreten Spendenweg – also Link, Kontoverbindung oder Stichwort für die Überweisung. Ein kurzer persönlicher Bezug kann helfen, muss aber nicht ausführlich erklärt werden.
In einer Traueranzeige reicht oft ein kurzer Satz. In einer persönlichen Nachricht oder E-Mail darf die Formulierung etwas wärmer sein. Wichtig ist, den Wunsch als Bitte zu formulieren, nicht als Vorgabe.
Diese Vorlagen dienen als Orientierung. Passen Sie die Texte an Ihre Situation und an den Menschen an, an den Sie erinnern möchten.
Vorlagen
Traueranzeige oder Trauerkarte
Im Sinne von [Name der verstorbenen Person] bitten wir anstelle von Blumen und Kränzen um eine Spende für [Organisation/Zweck].
[Optional: Name] lag [Thema/Anliegen] besonders am Herzen.
Spenden sind möglich unter: [Spendenlink oder Kontoverbindung]
Bitte geben Sie als Verwendungszweck [Stichwort] an.
Vielen Dank für jedes Zeichen der Anteilnahme.
Persönliche Nachricht oder E-Mail
Liebe Familie, liebe Freundinnen und Freunde,
im Andenken an [Name] bitten wir um Spenden für [Organisation/Zweck]. [Name] lag [Thema/Anliegen] sehr am Herzen.
Wer möchte, kann hier spenden: [Spendenlink]
Vielen Dank für eure Anteilnahme und Unterstützung.
Kurzvorlage: Spenden statt Blumen
Anstelle von Blumen oder Kränzen bitten wir im Andenken an [Name] um eine Spende für [Organisation/Zweck].
Spendenlink: [Link]
Stichwort für Überweisungen: [Stichwort]
Eine Trauerspende Schritt für Schritt vorbereiten
Bei der Organisation einer Trauerspende hilft ein einfacher Ablauf. Nicht alles muss sofort feststehen.
- Organisation oder Zweck auswählen
Wählen Sie ein Anliegen, das zur verstorbenen Person oder zur Familie passt. Wichtig ist, dass der Zweck klar benannt wird. - Spendenweg klären
Angehörige können mit der Organisation ein Stichwort vereinbaren, das Trauergäste bei einer Überweisung im Verwendungszweck angeben. Oder sie legen eine eigene Trauerspendenaktion auf der Website der Organisation an und erhalten dafür einen individuellen Spendenlink. - Hinweis oder Link weitergeben
Der Spendenhinweis sollte gut sichtbar sein, zum Beispiel direkt unter den Informationen zur Trauerfeier oder in einer persönlichen Nachricht. - Optional vor Ort sammeln
Bei manchen Trauerfeiern wird zusätzlich vor Ort gesammelt, etwa mit einer Spendenbox. Wichtig ist, dass klar bleibt, wofür gesammelt wird und wohin das Geld geht. - Nach der Trauerfeier bedanken
Ein kurzer Dank nach Abschluss der Aktion drückt Wertschätzung und Dankbarkeit aus.
Vorlage
Dank nach einer Trauerspende
Wir danken allen, die im Andenken an [Name] gespendet haben.
Gemeinsam sind [Betrag] Euro für [Organisation/Zweck] zusammengekommen. Das bedeutet uns viel.
Danke für jede Spende, jedes persönliche Wort und jedes Zeichen der Anteilnahme.
Zwei Wege zur Trauerspende bei Greenpeace
Bei Greenpeace können Angehörige entweder eine digitale Trauerspenden-Aktion mit individuellem Spendenlink anlegen oder ein Stichwort für Überweisungen vereinbaren. Auf Anfrage gibt es nach Abschluss eine Liste der Teilnehmenden und die Gesamtsumme der Spenden.
Weitere Infos zur Trauerspende bei GreenpeaceKeine feste Summe: Was bei Trauerspenden zählt
Für eine Trauerspende gibt es keinen festen Betrag. Die passende Höhe hängt von der Nähe zur verstorbenen Person und den eigenen Möglichkeiten ab. Auch kleinere Beträge sind angemessen.
Wird eine Spendenhöhe oder ein Spendenziel genannt, sollte es nur als Orientierung verstanden werden – nicht als Erwartung an einzelne Trauergäste.
Wenn sich eine Trauerspende ungewohnt anfühlt
Wenn Menschen trotz Spendenwunsch Blumen mitbringen, ist das kein Problem. Anteilnahme zeigt sich unterschiedlich: durch Blumen, persönliche Worte, eine Karte oder die Anwesenheit bei der Trauerfeier.
Auch die Summe der gesammelten Spenden muss nicht öffentlich genannt werden. Angehörige können sie mitteilen, wenn sich das passend anfühlt. Ein allgemeiner Dank reicht genauso. Wichtig ist, dass der Wunsch verständlich bleibt und niemand sich rechtfertigen muss.
Häufige Fragen zur Trauerspende
Was ist der Unterschied zwischen Trauerspende und Kondolenzspende?
Beide Begriffe meinen das Gleiche: eine Spende im Zusammenhang mit einem Todesfall – im Andenken an eine verstorbene Person oder anstelle von Blumen und Kränzen.
Wie formuliert man den Wunsch nach Spenden statt Blumen?
Am besten kurz, ruhig und konkret. Eine mögliche Formulierung lautet: „Im Sinne von [Name] bitten wir anstelle von Blumen und Kränzen um eine Spende für [Organisation/Zweck].“
Was schreibt man als Verwendungszweck bei einer Trauerspende?
Im Verwendungszweck sollte das vereinbarte Stichwort und Vor- und Nachname der verstorbenen Person stehen, damit die Spende dem Trauerfall zugeordnet werden kann. Wenn eine Spendenbescheinigung gewünscht ist, sollten zusätzlich der eigene Name und die Anschrift angegeben werden.
Welche Spendenhöhe ist bei einer Beerdigung oder Trauerspende angemessen?
Es gibt keinen festen Betrag. Die Spende sollte zur persönlichen Situation und zur Nähe zur verstorbenen Person passen. Jede Unterstützung ist freiwillig.
Können Angehörige erfahren, wie viel gespendet wurde?
Das hängt vom Ablauf und von der Organisation ab. Bei einer Spendenaktion können Angehörige auf Anfrage häufig die Gesamtsumme und eine Liste der Spender:innen erhalten. Die Zuordnung der Einzelbeträge zu den Spender:innen ist zum Beispiel bei Greenpeace aus Datenschutzgründen nicht möglich.
Gibt es eine Spendenbescheinigung für eine Trauerspende?
Das hängt davon ab, wie gespendet wird und welche Daten vorliegen. Bei Greenpeace ist eine Spendenbescheinigung auf Anfrage möglich, wenn Name und Adresse der spendenden Person vorliegen. Weitere Informationen finden Sie in unseren häufigen Fragen und Antworten zur Spendenbescheinigung. Für Spenden bis 300 Euro kann beim Finanzamt auch der vereinfachte Spendennachweis genutzt werden.