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Matthews Hlabane zeigt, wie die sauren Grubenwässer in den Tümpel gelangen. Februar 2008
© Graeme Williams / Panos / Greenpeace

Südafrika: Verseuchte Gewässer

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

In Südafrika gibt es Hunderte von stillgelegten Kohlebergwerken. Jedes ist eine tickende Zeitbombe für die Umwelt. Gefährlich sind in erster Linie die sauren Grubenwässer. Das Wasser, das aus den Minen austritt, enthält Schwermetalle und andere krebserregende Stoffe. Es ist so gesundheitsgefährdend, dass es nicht mehr zur landwirtschaftlichen Bewässerung verwendet werden kann. Das südafrikanische Ministerium für Wasser- und Waldwirtschaft sieht in den Grubenwässern die größte Bedrohung für die begrenzten Wasserressourcen Südafrikas.

Trotzdem gibt es kaum wirksame Schutzmaßnahmen. Viele verlassene Minen brennen unkontrolliert weiter und setzen Schadstoffe frei. Diese fließen in nahegelegene Gewässer oder sickern ins Grundwasser. Wie bei der T&DB-Mine, ein großflächiges stillgelegtes Bergwerk inmitten des größten Kohlereviers Südafrikas Highveld.

Die Böden in der Umgebung der seit 1953 verlassenen Minen sind bedeckt von Salzrückständen. Absperrungen der verseuchten Gebiete sind nicht vorhanden, ebensowenig geeignete Kläranlagen. Die Sanierungskosten werden auf 7,5 Millionen Euro geschätzt. Und das ist nur ein Hunderstel des Betrags, den die Aufräumarbeiten an allen Bergwerken Südafrikas erfordern würde.

Der Großteil der Kosten des Kohleabbaus wird auf die Öffentlichkeit abgeschoben - sei es in Gestalt fortschreitender Umwelt- und Gesundheitszerstörung oder langwieriger Aufräumarbeiten.

Südafrika und die Hinterlassenschaften des Kohleabbaus:

  • Abfälle der Kohleverfeuerung (CCW, coal combustion wastes), sind häufig mit Blei, Arsen, Cadmium und anderen Schadstoffen versetzt. Sie verursachen Vergiftungen, Nierenerkrankungen oder Krebs. Feste oder flüssige Abfallstoffe werden häufig in alten Bergwerken eingelagert. Die flüssigen Anteile werden auch in natürliche Senken oder eingedeichte Becken gepumpt.
  • Oft unterliegen diese Deponien keinen staatlichen Kontrollen, sodass ein hohes Risiko besteht, dass Wasser versickert und das Grundwasser kontaminiert. Dadurch werden Trinkwasser, Anbauflächen und Viehbestände verseucht.
  • Einstürzende Bergwerke führen zu Bergsenkungen, die Schäden an Häusern, Gebäuden, Straßen und Brücken zur Folge haben.
  • Trotz Sanierungsbemühungen erholen sich die betroffenen Landstriche nicht wieder vollständig: Die Kontaminationen lassen sich nicht restlos beseitigen. Gemeinden, die vormals auf den Flächen angesiedelt waren, sind dauerhaft zerstört.
  • Südafrika ist der sechtsgrößte Kohleproduzent der Welt. Die Kohle lässt sich einfach und mit Hilfe billiger Arbeitskräfte erschließen, so dass im ganzen Land Kohlebergwerke aus dem Boden geschossen sind. Südafrika will seine Stromproduktion bis zum Jahr 2050 verdoppeln. Stromerzeugung durch Kohle und Kohlebergbau werden ausgebaut.
  • Etwa 80 Prozent der südafrikanischen Kohle landete in europäischen Kraftwerken (2006).

Zum Weiterlesen:

Die wahren Kosten der Kohle (Folge 1) Polen: Der Raubbau am Grundwasser

Die wahren Kosten der Kohle (Folge 2) China: Smog zerstört Gesundheit und Kultur

Die wahren Kosten der Kohle (Folge 4) Deutschland: Zweifelhafte Rekultivierung des Tagebaus

Die wahren Kosten der Kohle (Folge 5) Philippinen: Der großen Kohle die Stirn bieten

  • Saure Grubengewässer (AMD) durch Kohlebergbau in Maguqa, Afrika. Februar 2008

    Gfährliches Spiel

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  • Saures Grubenwaser (AMD) sickert aus einem aktiven Tagebau in Brugspruit-Tal (Afrika). Februar 2008

    Unkontrollierte Abwässer

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  • Grubenwasser verunreinigt Bäche in Afrika, hier den Brugspruit-Bach. Februar 2008

    Kontaminierte Bäche

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Studie: Die wahren Kosten der Kohle

Studie: Die wahren Kosten der Kohle

92 | DIN A4

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