Skip to main content
Jetzt spenden
Kohleabladen vorm thailändischen Energieministerium

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Die Auswirkungen des Klimawandels betreffen die Menschen und die Wirtschaft Thailands und Südostasiens. Doch statt sich des Themas anzunehmen und für Lösungen zu werben, erlaubt die Regierung die Ausweitung von Kohle-Projekten wie dem kürzlich errichteten BLCP-Kohlekraftwerk. Unterstützung erhalten sie von internationalen Finanzinstituten wie der Asian Development Bank und der Japan Bank for International Cooperation. Dabei ignorieren sie die negativen Auswirkungen ihrer schmutzigen Projekte in Asien völlig, sagt Tara Buakamsri von Greenpeace in Südostasien.

Schon am Donnerstag protestierten Greenpeace-Aktivisiten im thailändischen Rayong gegen die Energiepolitik des Landes. Inmitten eines schweren Polizeiaufgebotes und schlagstockschwingender Arbeiter blockierten sie den Hafen des Kohlekraftwerks. Ziel war es, die Ankunft des Frachters MV Star Europe zu verhindern. Er sollte gegen Mittag aus Newcastle eintreffen und etwa 170.000 Tonnen australische Kohle entladen.

Das umstrittene BLCP-Kohlekraftwerk wird nach Schätzungen in den nächsten 20 Jahren etwa 22,4 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausstoßen und damit deutlich zum Klimawandel beitragen. Die Kosten für die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, Gebäudesubstanzen, Nahrungsmittelanbau, Ökosysteme werden auf etwa 1,6 Milliarden US-Dollar pro Jahr angesetzt.

Noch in dieser Woche kommen die Regierungen und Minister Asiens und Europas zum sechsten Asien-Europa-Treffen in Finnland zusammen. Dort hat der Tagesordnungspunkt Klimawandel höchste Priorität. Die Regierungen Europas und Asiens können die Expansion und die Förderung fossiler Brennstoffe aufhalten und in erneuerbare Energien investieren, um den Klimawandel zu hemmen, sagt Athena Ronquillo-Ballesteros, Sprecherin der Greenpeace International Delegation in Finnland.

Europäische und asiatische Politiker müssen begreifen, dass sie die gefährlichen Auswirkungen des Klimawandels beschleunigen und Asien noch tiefer in seine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen hineintreiben, wenn sie schmutzige Energieressourcen wie das BLCP-Kohlekraftwerk in Thailand finanzieren. Das Geld muss in saubere Energiesysteme investiert werden, etwa Solarenergie oder Windkraft, fordert Ronquillo-Ballesteros.

Kohle ist der schmutzigste aller fossilen Brennstoffe. Bei ihrer Verbrennung gibt sie 29 Prozent mehr Kohlenstoff per Energieeinheit ab, als Öl und 80 Prozent mehr als Gas.

Die Auswirkungen des Klimawandels nehmen an Schweregrad und Häufigkeit zu. Extreme Wetterereignisse wie Dürren und Stürme leeren nach und nach die Kassen südostasiatischer Länder. Wissenschaftler haben errechnet, dass Thailand bislang 1,75 Milliarden US-Dollar und die Philippinen etwa 83 Millionen US-Dollar aufgrund der sich ändernden Wetterlage verloren haben.

(Autorin: Cindy Roitsch)

Mehr zum Thema

Symbolische roten Linie zwischen der Ortschaft Lützerath und Garzweiler

Hier ist die 1,5-Grad-Grenze!

  • 31.10.2021

Der Ort Lützerath soll für Kohle abgebaggert werden, die die Pariser Klimaziele in weite Ferne rücken lässt. Greenpeace bezieht vor Ort Stellung.

mehr erfahren
CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet

Informelle Treffen

  • 20.08.2021

Greenpeace deckt auf: Während der Arbeit zum Kohleausstiegsgesetz gab es informelle Treffen von Ministerpräsident Armin Laschet und RWE. Für die Kohle-Lobby hat sich das gelohnt. 

mehr erfahren
Kraftwerke Neurath und Niederaußem im Rheinischen Braunkohlerevier

Strich durch die Rechnung

  • 04.06.2021

Altmaier will Braunkohlekonzerne mit Milliarden Euro entschädigen. Greenpeace hat nun eine Stellungnahme bei der EU-Kommission eingereicht.

mehr erfahren
Geschäftsführender Vorstand von Greenpeace, Martin Kaiser

“Wir brauchen noch mehr Mut”

  • 30.04.2021

US-Präsident Joe Biden ruft zum Klimagipfel, die EU verkündet ihr Klimaziel – es kommt Bewegung in den Klimaschutz. Aber genug? Fragen an Greenpeace-Chef Martin Kaiser.

mehr erfahren

Brisantes Kohle-Gutachten

  • 20.03.2021

Aufgedeckt: Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat in einem entscheidenden Gutachten zu den Folgekosten des Kohleausstiegs zentrale Sachverhalte streichen lassen.

mehr erfahren
Braunkohletagebau Garzweiler

Auslaufmodell RWE

  • 17.03.2021

Zu lange hat RWE auf Braunkohle gesetzt und den Umstieg auf Erneuerbare Energien vernachlässigt. Wie angeschlagen der einstige Energieriese ist, zeigt eine neue Analyse.

mehr erfahren