Pestizide töten Bienen

Die Bienen brauchen unsere Hilfe

Bienen sind mehr als einfach nur Honigproduzenten: Sie sind der Schlüssel für die weltweite Nahrungsmittelproduktion.

Rettet die Bienen

Ein Drittel unserer Lebensmittel – Gemüse, Früchte, Nüsse, Gewürze und Pflanzenöle – ist auf die Bestäubung von Insekten angewiesen. Von den 100 Nahrungspflanzen, die für 90 Prozent der globalen Nahrungsmittelproduktion sorgen, werden 71 von Bienen bestäubt.

  • /

Bienen und andere wichtige Bestäubungsinsekten sind von den vielen Pestiziden der industriellen Landwirtschaft betroffen. Unterstützen Sie unsere Forderung nach einer ökologischen Landwirtschaft - schreiben Sie eine Protestmail an Landwirtschaftsminister Christian Schmidt: https://www.greenpeace.de/essen-ohne-pestizide#machmit

Allein in Europa hängen mehr als 4.000 Gemüsesorten von Bienen ab. Wer würde all diese Pflanzen ohne die Bienen bestäuben?

Ein Beispiel aus China zeigt, dass Bestäubung per Hand extrem arbeitsintensiv, langsam und kostspielig ist. Gerade sehr vitaminreiche Nahrungsmittel wie Äpfel, Himbeeren, Tomaten und Mandeln würden sehr selten und teuer werden – Obst als Luxusgut.

Der ökonomische Wert der Bienenbestäubung beträgt weltweit ungefähr 256 Milliarden Euro. Bienenschutz zahlt sich also auch aus ökonomischer Sicht aus.

Das Bienensterben

In den letzten Jahren sterben mehr und mehr Bienen. Nicht nur viele europäische Länder leiden unter einer ungewöhnlich hohen Sterberate ihrer Honigbienen, weltweit berichten Imkerinnen und Imker seit den späten 1990er Jahren von einem plötzlichen und unerklärlichen Rückgang ihrer Bienenpopulationen.

Das hat verschiedene Gründe: Schwindende Lebensräume mit ausreichendem Futterangebot, Klimawandel, Parasiten und Krankheiten. Eine besondere Gefahr für die Bienen sind jedoch chemische Pestizide. Insbesondere Chemikalien aus der Gruppe der Neonicotinoide sind wahre Bienenkiller. Sie schädigen das zentrale Nervensystem der Tiere. Neonicotinoide können zu einer chronischen Vergiftung führen und haben oft  tödliche Folgen für einzelne Individuen oder gar ganze Bienenvölker. Dies passiert beispielsweise, wenn Arbeiterbienen durch Pestizidwolken fliegen oder wenn sie ihrer Brut verseuchten Nektar und Pollen bringen.

Die Lösung

Wir brauchen dringend Gesetze, die den Einsatz von bienengefährdenden chemischen Pestiziden vollständig und dauerhaft verbieten. Greenpeace hat folgende Bienenkiller-Pestizide identifiziert, die vorrangig verboten werden müssen: Imidacloprid, Thiamethoxam, Clothianidin, Fipronil, Chlorpyriphos, Cypermethrin und Deltamethrin.

Maßnahmen zur Förderung der Vielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen und der Schutz von noch intakten Ökosystemen tragen dazu bei, Bienen das Umfeld zu schaffen und zu erhalten, das sie zum Leben benötigen. Das Pflanzen von Hecken und Wildblumenflächen sowie miteinander verbundene Lebensräume helfen ebenfalls.

Auch Konsument/innen können helfen, indem sie nach ökologisch produzierten Lebensmitteln und einer ökologischen, chemiefreien und artenreichen Landwirtschaft fragen. Diese bekämpft Schädlinge unter anderem mit Nützlingen und ohne chemisch synthetische Pflanzenschutzmittel. Die robusten Sorten der ökologischen Landwirtschaft sind weniger anfällig für Schädlinge. Zudem werden gezielt Lebensräume für Nützlinge aufgewertet und durch eine optimale Fruchtfolge werden Schädlinge im Rahmen gehalten. Einfache, aber effektive Lösungen zur Rettung der Bienen!

Ein Anfang ist gemacht

Im Mai 2013 hat die EU-Kommission die drei schlimmsten bienenschädlichen Neonicotinoide in allen 27 Mitgliedstaaten teilweise verboten – allerdings nur vorübergehend. In den kommenden zwei Jahren dürfen die Stoffe Thiamethoxam des Basler Agrochemiekonzerns Syngenta sowie Imidacloprid und Clothianidin von Bayer bei Sommergetreide, Mais, Raps, Baumwolle, Sonnenblumen und Kürbissen nicht mehr verwendet werden. Allerdings ist deren Einsatz im Obst- und Gemüsebau (etwa bei Karotten oder Zwiebeln) sowie bei Wintergetreide und Zuckerrüben weiterhin erlaubt. Das Pestizid Fipronil von BASF ist zwar auf EU-Ebene verboten, hat allerdings von der deutschen Regierung eine Ausnahmeregelung für den Einsatz bei Kartoffeln zur Bekämpfung des Drahtwurmes bekommen.

Hier gibt es den Bienensong als "Free Download".

Weiterlesen
schließen

Nachrichten

Häufig gestellte Fragen

  • Warum arbeitet Greenpeace zum Thema Bienensterben?

    Die Biene ist ein Indikator, um zu zeigen, wie es um unsere Umwelt bestellt ist und was in der landwirtschafltichen Produktion alles schief läuft. Die gesamte auf Agrochemie basierende Landwirtschaft gehört auf den Prüfstand und sollte ökologisch neu ausgerichtet werden.

  • Sind die Pestizide das einzige, was den Bienen schadet?

    Nein, für das Bienensterben gibt es viele verschiedene Ursachen. Neben den Pestiziden bedrohen auch Krankheiten, Parasiten und der Klimawandel den Fortbestand dieser fleißigen Helfer. Aber der hohe Einsatz von für Bienen gefährlichen Pestiziden gehört zu den Faktoren, die wir Menschen am schnellsten beeinflussen und stoppen können.

  • Hat Einstein wirklich gesagt: wenn erst mal die Bienen ausgestorben sind, dann stirbt auch der Mensch vier Jahre später?

    Es wird bezweifelt, dass Einstein das wirklich so gesagt hat.  Aber unser Ökosystem würde sich ohne Bienen stark verändern. Die Bienen und andere Bestäuberinsekten sind allein in Europa für die Bestäubung von 4.000 Gemüsesorten zuständig und auch viele Wildpflanzen, die wiederum Nahrungsquellen für andere Tiere sind,  hängen von der Bestäubung durch Insekten ab.

  • Forderungen

    • Ein sofortiges, europaweites Verbot der bienengefährlichsten Agrargifte
    • Ein umfassendes Verbot dieser Gifte ohne Ausnahmeregelungen auf nationaler Ebene
    • Einen Aktionsplan zur Rettung der Biene, der eine bessere Überwachung der Gesundheit von Bienen beinhaltet und eine strengere Risikobewertung von Pestiziden vorsieht
    • Mehr staatliche Mittel zur Erforschung und Förderung der ökologischen Landwirtschaft

    Publikationen

    Report: Bye bye Biene?

    Eine Einschätzung über das Bienensterben und die damit zusammenhängenden Risiken für die Landwirtschaft in Europa.