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Ecological Farm in Germany
© Jonas Wresch / Greenpeace

Her mit der guten Landwirtschaft!

So, wie die meisten Lebensmittel in der Landwirtschaft momentan hergestellt werden, tragen sie zu einem großen Teil am Klimawandel und dem Verschwinden von Arten bei. Die Lösung? Eine ökologischere Landwirtschaft, die regional, bio und auf weniger Fleisch ausgerichtet ist! 

Fleisch und Tierfutterherstellung sind Klimakiller

Essen ist nicht bloß Essen: Was wir kaufen und verzehren, spielt eine Rolle. Für die Umwelt, fürs Klima, für die Artenvielfalt und für unsere Gesundheit. Wusstest du, dass durchschnittlich gerechnet jeder Mensch in Deutschland knapp 56 Kilogramm Fleisch pro Jahr isst? Vergleich das mal mit deinem Körpergewicht: Wieviel Kilo wiegst du selbst? Und dann stell dir die Fleischmengen vor, die diese Zahl bedeuten.

Für das Klima ist diese Menge jedenfalls viel zu viel! Hinter all diesem Fleisch stehen und leben Tiere, allzu oft in Massentieranlagen. 19 Prozent der klimaschädlichen Treibhausgase weltweit gehen auf Kosten der Tierhaltung. Hinzu kommt, dass die Gülle, die bei so vielen Tieren in großen Mengen anfällt, unser Grundwasser belastet.

Ein weiteres Problem für das Klima entsteht durch das Tierfutter: Viele Tiere brauchen viel Futter - logisch! Ein großer Teil des Tierfutters stammt aus Südamerika: Eiweißreiches Soja. Für den Anbau von Soja und die Tierhaltung vor Ort wurden schon große Flächen Urwald abgeholzt und noch immer wird täglich weiter Urwald zerstört. Dabei wird das in den Wäldern gebundene CO2 freigesetzt - für den Schutz des Klimas brauchen wir aber genau diese Wälder, um wiederum CO2 aus der Atmosphäre zu binden. Ein Teufelskreis!

Bodenschutz ist Klimaschutz

Auch unsere Böden sind wichtig, wenn es ums Klima geht: Ein großer Anteil von Mooren wird heute landwirtschaftlich genutzt. Bestimmt kennst du Moore aus schaurig-schönen Geschichten oder warst vielleicht sogar schon einmal selbst in einem Moor. Das sind Flächen, in dem die Erde ständig nass ist, weil der Boden immer, wie ein Schwamm mit Wasser vollgesogen ist. In Mooren leben nicht nur einzigartige Pflanzen und Tiere, sie binden auch große Mengen am klimaschädlichen Kohlenstoff. Inzwischen weiß die Forschung, wie wichtig Moore für den Schutz des Klimas sind. Wenn also einige Landwirtinnen und Landwirte solche Flächen wieder vernässen, dann helfen sie dadurch schädliche Treibhausgas-Emissionen zu senken. 

Massentierhaltung: schlimm für Tiere und Klima

Für die Herstellung von Billigfleisch werden hunderte Millionen Tiere unter furchtbaren Bedingungen in Masttierbetrieben gehalten. Allein in Deutschland werden pro Jahr rund 53 Millionen Schweine geschlachtet, 704 Millionen Hühner und 3,2 Millionen Rinder. Ein Schwein von 110 Kilogramm hat dabei gerade mal 0,75 Quadratmeter Platz, das ist ungefähr so viel wie die Fläche eines Bollerwagens.

Außerdem werden in der Massentierhaltung häufig Antibiotika in das Tierfutter oder das Trinkwasser gemischt, um Krankheiten in den Ställen zu bekämpfen. Wenn wir Fleisch aus diesen Betrieben essen, können wir darüber diese Medizin mit aufnehmen. Das kann dazu führen, dass die Antibiotika, ein eigentlich wichtiges Medikament auch bei menschlichen Infektionskrankheiten, dann bei uns selbst aber nicht mehr wirken. 

Artenvielfalt in Gefahr

Auch in Europa wachsen auf immer mehr Feldern inzwischen Futterpflanzen für Tiere. Dabei stirbt die Artenvielfalt - zum einen durch Monokulturen, also kilometerlange Felder, auf denen nur eine Art Pflanze (z.B. Mais oder Soja) wächst. Aber auch, weil ganz viele chemisch-synthetische Spritzmittel (genannt Pestizide) zum Einsatz kommen. Für Bienen, die in einem Radius von etwa ein bis drei Kilometern unterwegs sind, um Pollen und Nektar zu sammeln, ist diese Entwicklung gefährlich: Das einseitige Nahrungsangebot macht sie schwach und anfälliger für Krankheiten und Parasiten wie die Varroa-Milbe. Auch andere Arten wie Feldhamster, Vögel und Amphibien finden in dieser einseitigen und aufgeräumten Landwirtschaft, in der nur noch wächst, was wachsen darf, kaum noch Nahrung und Nistplätze.

Gemeinsam für eine ökologischere Landwirtschaft

Als Verbraucher:innen können wir alle mithelfen, dass sich die Landwirtschaft neu ausrichtet, ökologischer, regionaler und fairer wird. Aber auch die Supermarktketten tragen eine große Verantwortung! Denn der ständige Preiskampf der Märkte, wer wieder das günstigste Angebot hat, führt dazu, dass die Bauern immer mehr unter Druck stehen möglichst billig zu produzieren. Darum die Massentierställe und die Konzentration auf nur noch die Pflanzen, die am meisten gefragt sind und Geld bringen. Aber es kommt langsam Bewegung in die Supermärkte, denn das allerschlechteste Fleisch aus der Haltungsform 1
wollen alle Supermärkte aus den Regalen nehmen. Viele Bäuer:innen fühlen sich
jedoch in diesem gesamten System gezwungen, Masse statt Klasse zu produzieren. Die Politik muss hier unbedingt handeln! Sie kann die Situation in der Landwirtschaft ändern, wenn sie die Bauern und Höfe fördert, die die Böden, Tier- und Pflanzenarten schützen. Die kleineren Höfe bewirtschaften mit weniger Nutztieren, die dafür mehr Platz haben und besser gehalten werden. 

Wenn du mehr über das Thema Landwirtschaft wissen möchtest, lade dir unser Kinder-Info „Landwirtschaft“ herunter!

 

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Linderoed Piglet in Germany

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