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Greenpeace fordert nachdrücklich von den Delegierten aus aller Welt sich für den Schutz des Lebens auf der Erde in seiner ganzen Vielfalt einzusetzen. Sie sollen Geldmittel zur Verfügung stellen, um ein weltumspannendes Netz von Schutzgebieten im Meer und an Land einrichten zu können.

Die Regierungen weltweit haben eine Mammutaufgabe vor sich, sagte der Greenpeace-Waldexperte Martin Kaiser in Kuala Lumpur. Sie müssen sich in den nächsten 14 Tagen ernsthaft anstrengen. Jetzt ist die Zeit, in der über die Zukunft der Meere und Wälder dieser Welt und das Leben in ihnen entschieden wird. Die Regierungen müssen zu ihren Versprechen stehen, den Verlust der biologischen Vielfalt bis zum Jahr 2010 zum Stillstand bringen.

Seit ein paar Wochen arbeitet Greenpeace verstärkt zu den Themen der UN-Konferenz: Die Rainbow Warrior, das Flaggschiff der Organisation, ist in den Gewässern Südostasiens unterwegs, um die illegalen und zerstörerischen Aktivitäten in den Urwäldern zu dokumentieren.

Die Arctic Sunrise und ihre Besatzung kämpfen im chilenischen Patagonien für den Erhalt des Urwaldes. Und die Greenpeacer an Bord der Esperanza" sind angetreten, um vor der Küste Großbritanniens dem Hundertfachen Tod von Delfinen in Fischereinetzen ein Ende zu bereiten.

Die Konvention über Biologische Vielfalt ist tatsächlich eine Konvention für das Leben auf der Erde, sagte Kaiser. Die Regierungen weltweit müssen dringend aktiv werden. Anstatt in Zeit verschwendende Gesprächen zu investieren, sollten sie lieber ihr Geld für den Schutz des Lebens locker machen.

Skandal um Mogelzertifikat in deutschen Baumärkten

Ein weiteres Beispiel für den Raubbau an der Natur: Auch in den Urwäldern Russlands wird gnadenlos Holz eingeschlagen. Dass dieses Holz dann in deutschen Baumärkten wieder auftaucht, ist erschreckend. Aber dass es dann auch noch ein Siegel trägt: Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft - Gewachsen in Deutschlands Wäldern ist skandalös.

Seit Greenpeace am Sonnabend diesen Skandal aufdeckte, hat er weite Kreise gezogen. Vergeben wurde das Zertifikat vom Holzabsatzfonds, eine zentrale Marketingeinrichtung der deutschen Forst- und Holzwirtschaft zur Steigerung des Holzabsatzes. Nach Aussage des Fonds ist das Zertifikat Mitte 1998 vom Markt genommen worden.

Bei einer üblichen Laufzeit von fünf Jahren hätte also Mitte 2003 das letzte zertifizierte Holz gefunden werden dürfen. Dass Greenpeace jetzt noch in verschiedenen Baumärkten auf so gekennzeichnetes Holz gestoßen ist, liege außerhalb des Einflussbereiches des Fonds, teilte der Holzabsatzfonds in einer Presseerklärung vom Sonntag mit.

Die verantwortliche Firma Rettenmeier im bayrischen Wilburgstetten, die die Baumärkte mit dem Holz belieferte und das täuschende Siegel anbrachte, erklärte am Montag im Deutschlandfunk, dass zu 99 Prozent deutsches Holz mit dem Siegel versehen worden sei. Ein Sprecher des Unternehmens gestand aber ein, dass auch russisches Holz das Siegel bekommen habe, weil man keine gesonderten Etiketten dafür drucken könne.

Das zeigt mal wieder, dass man nur auf vertrauenswürdige Zertifikate setzen darf, wie zum Beispiel das FSC-Siegel, sagt dazu Oliver Salge, Waldexperte bei Greenpeace. Nur beim FSC-Zertifikat wird der Weg des Holzes lückenlos überwacht.

Zudem fordert Salge: Die Bundesregierung erarbeitet gerade eine Holz-Charta, in der es auch um zu empfehlende Holzsiegel geht. Dabei sollte sie durch den jetzigen Skandal gewarnt sein und die Holz-Charta auf glaubwürdige Siegel wie FSC ausrichten.

Der Holzskandal war am Montagabend auch ein Thema im Fernsehen: im ARD-Magazin Report Mainz. Hier finden Sie den Report-Bericht.

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