Jetzt spenden
Greenpeace-Aktivisten protestieren vor Supermärkten gegen Produkte von Deutsche See, August 2014
Chris Grodotzki / Greenpeace

Walblut am Tiefkühlfisch

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Greenpeace-Aktive informieren in über 20 Städten über die Verbindungen von „Deutsche See“ zu Walfängern in Island.

„Deutsche See hat vor wenigen Jahren den Deutschen Nachhaltigkeitspreis erhalten – macht aber Geschäfte mit einer isländischen Firma, die ihre Werkhallen zur Verarbeitung der Finnwale bereitstellt“, sagt Dr. Sandra Schöttner, Meeresexpertin von Greenpeace. „Wir fordern Deutsche See auf, konsequent Handelspartner wie HB Grandi hf auszuschließen, die in das Walfanggeschäft verstrickt sind.“

Die Greenpeace-Ehrenamtlichen haben Infostände vor deutschen Supermärkten, die Fischprodukte von Deutsche See verkaufen, aufgebaut. Darunter Edeka, Real und Kaiser’s Tengelmann.

Bereits gestern haben Greenpeace-Aktivisten mit einem vier Meter hohen Wal-Mahnmal vor dem Firmensitz der deutschen Fischmanufaktur protestiert. „Keine Geschäfte mit Walfängern!“ lautete ihre Forderung.

Fischprodukte in den Supermarkttruhen

Fischprodukte von Deutsche See landen über die großen Supermärkte, Fischhändler, Restaurants und Catering-Services auch auf unseren Tellern. „An Fischprodukten darf kein Walblut kleben“, sagt Schöttner.

Nur eine einzige isländische Firma jagt überhaupt noch Finnwale: „Hvalur hf“ unter der Leitung von Kristján Loftsson, der gleichzeitig als Aufsichtsratsvorsitzender die Geschäfte von HB Grandi hf steuert. Über die Walfangfirma Hvalur hf und ein Geflecht an Zwischenfirmen hält der Walfangclan Loftssons zudem einen Hauptanteil an HB Grandi hf, das wiederum Rotbarsch an Deutsche See liefert.

Wie ist Deutsche See in den Walfang verstrickt?

Deutsche See bezieht Fisch von dem isländischen Fischereiunternehmen „HB Grandi hf“, das personell und über Kapitalanteile mit der isländischen Walfangindustrie verbunden ist. Greenpeace hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Gespräche mit Deutsche See geführt. Der größte deutsche Fischimporteur weigert sich bisher, dem isländischen Walfang über seine Handelsbeziehungen eine klare Absage zu erteilen.

58 Finnwale mussten bereits sterben

In der laufenden Fangsaison stehen in Island insgesamt 154 bedrohte Finnwale auf der Abschussliste. Aufgrund eines Schlupfloches sieht sich das Land formaljuristisch nicht an das international geltende Walfangverbot gebunden.

Da Finnwalfleisch in Island keinen Absatz findet, kann es nur nach Japan exportiert werden. Doch selbst dort füllt es unverkäuflich die Lagerhäuser  – und wurde sogar schon zu Hundefutter verarbeitet. Mit dem Export des Fleisches verstoßen die Walfänger gegen das Handelsverbot mit Walprodukten nach der Washingtoner Artenschutzkonvention CITES.

  • Greenpeace-Aktivisten protestieren vor Supermärkten gegen Produkte von Deutsche See, August 2014

    Protest im Supermarkt

    Überspringe die Bildergalerie
  • Greenpeace-Aktivisten protestieren vor Supermärkten gegen Produkte von Deutsche See, August 2014

    Protest im Supermarkt

    Überspringe die Bildergalerie
  • Greenpeace-Ehrenamtliche der Gruppe Hannover

    Handelsstop mit Walfängern!

    Überspringe die Bildergalerie
  • Infografik: Verbindungen von Deutsche See zum Walfang

    Deutsche See und die Verbindung zum Walfang

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie
Deutsche See und Walfang

Deutsche See und Walfang

Anzahl Seiten: 2

Dateigröße: 310.6 KB

Herunterladen

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/echter-meeresschutz-jetzt-w

Echter Schutz für mindestens 30% unserer Ozeane!

Das Herz unseres Planeten ist in Gefahr! Trotz neuem UN-Schutzabkommen bedrohen Überfischung und Tiefsee-Bergbau unsere Ozeane. Ein Vertrag allein rettet keine Wale – wir müssen jetzt Druck machen! Unterschreibe auch du die Petition „Mission 30x30: Lebensraum Meer“ Danke!

Jetzt unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Rescue Operation for a Stranded Humpback Whale in the Baltic Sea

Mehr zum Thema

Rescue operation for a stranded humpback whale in the Baltic Sea - March 28

Verirrter Buckelwal in der Ostsee

Ein Buckelwal strandete vor Timmendorfer Strand und rang um sein Leben. Zwischenzeitlich konnte er sich befreien, doch nun liegt er vor der Insel Poel in der Wismarer Bucht fest.

mehr erfahren über Verirrter Buckelwal in der Ostsee
Zwei Aktive von Greenpeace mit Banner "Stoppt den Tiefseebergbau" und pinker Krake vor dem Reichstagsgebäude in Berlin

Raubbau an der Tiefsee

Bei den Verhandlungen der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) zum Tiefseebergbau im März 2026 gab es gemischte Signale.

mehr erfahren über Raubbau an der Tiefsee
Sea Anemone (Urticina crassicornis) in the Arctic

Kritische Rohstoffe: Tiefseeraubbau unnötig

Kritische Mineralien sind rar. Trotzdem braucht es für die Energiewende keine Ausbeutung der Tiefsee, das zeigt eine neue Studie im Auftrag von Greenpeace.

mehr erfahren über Kritische Rohstoffe: Tiefseeraubbau unnötig
Greenpeace-Meeresexpertin Franziska Saalmann mit Fernglas auf der Schiffsbrücke

Einsatz für Tiefseeschutz

Erneut war Greenpeace mit dem Schiff Witness in der Arktis unterwegs, um das von Norwegen für Tiefseebergbau vorgesehene Gebiet zu untersuchen und sich für seinen Schutz einzusetzen.

mehr erfahren über Einsatz für Tiefseeschutz
Aktivisti protestieren vor einem Tiefseebergbauindustrieschiff

Ein Konzern auf Beutezug in der Tiefsee

Was wie ein Politthriller klingt, ist bittere Realität: Die Tiefsee ist Zielscheibe eines Konzerns, der keine Skrupel kennt – The Metals Company.

mehr erfahren über Ein Konzern auf Beutezug in der Tiefsee
Walflosse ragt aus dem Ozean

Norwegen stoppt vorerst Tiefseebergbau - Wale in der Arktis atmen auf

Die Norwegische See ist ein Hotspot der Artenvielfalt. Nach starkem Protest stellt Norwegen seine Tiefseebergbau-Pläne vorerst ein. Dies ist auch ein wichtiger Erfolg für die Wale der Arktis. Ihr Schutz ist dennoch noch nicht dauerhaft gesichert.

mehr erfahren über Norwegen stoppt vorerst Tiefseebergbau - Wale in der Arktis atmen auf